Fritsch-Albert gibt Vorstandsvorsitz ab Perkmann neuer Chef der Westfalen AG

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Thomas Perkmann leitet ab sofort die Westfalen AG. Foto: Westfalen AGThomas Perkmann leitet ab sofort die Westfalen AG. Foto: Westfalen AG

Münster. Die Westfalen AG aus Münster war lange Zeit familiengeführt. Nun übernimmt mit Thomas Perkmann erstmals ein externer Manager die Leitung des Energieunternehmens. Zu seinen Plänen hält er sich bedeckt. Der alte Vorstandschef Wolfgang Fritsch-Albert betont: "Wir bleiben ein Familienunternehmen."

Der Südtiroler Manager Thomas Perkmann leitet am dem 1. September die Westfalen AG in Münster. Damit endet eine Ära: Nach mehr als 40 Jahren als Vorstandschef legt Wolfgang Fritsch-Albert die Leitung der Geschäfte in neue Hände. Erstmals führt nun ein externer Manager das 1923 gegründete Familienunternehmen, das sein Geld mit technischen Gasen, Flüssiggas und einem Tankstellennetz verdient.

Der Grund dafür ist ein tragischer. Eigentlich sollte der Sohn von Wolfgang und seiner Frau Renate Fritsch-Albert den Spitzenposten übernehmen. Doch Alexander Fritsch-Albert starb im vergangenen Oktober mit nur 39 Jahren „unerwartet“, wie die Westfalen AG damals mitteilte. Das Ehepaar Fritsch-Albert musste nicht nur den Sohn betrauern, sondern parallel die Nachfolgefrage neu regeln.

"Er teilt unsere Werte"

Fündig wurden sie in Perkmann. Der promovierte Betriebswirt und Vater zweier Söhne arbeitete zuletzt bei der Palfinger AG aus Salzburg. Das Familienunternehmen produziert Lkw-Krane. Wolfgang Fritsch-Albert stellte seinen Nachfolger in der Münsterlandhalle der Belegschaft vor: „Er teilt unsere Werte und bringt alles mit, um unser Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen.“ 

Perkmann selbst hielt sich zu seinen Plänen bedeckt. Er wolle seine ersten Wochen nutzen, um Mitarbeiter und Kunden des Konzerns intensiv kennenzulernen. Perkmann betonte, die Westfalen AG sei gut aufgestellt, stehe aber dennoch vor Herausforderungen. Im Geschäftsbereich Technische Gase würden die Konkurrenten demnächst noch stärker, spielte er auf die geplante Fusion des Dax-Konzerns Linde mit dem US-Konkurrenten Praxair an. 

"Wir bleiben ein Familienunternehmen"

Der mit lautem Applaus verabschiedete Wolfgang Fritsch-Albert unterstrich: „Wir sind ein Familienunternehmen, und wir bleiben ein Familienunternehmen.“ Er und seine Frau blieben weiterhin Eigentümer der Firma und seien als Aufsichtsratsmitglieder nah am Geschehen. Mehr als vier Jahrzehnte führte Wolfgang Fritsch-Albert das Unternehmen, das er von seinem Vater übernommen hatte. "Der Rückblick macht mich wehmütig", bekannte er.

Betriebsratchef Dirk Winter würdigte die Verdienste von Fritsch-Albert, dem er "profundes Wissen" und einen "guten Draht zu den Kinden" attestierte. Bei Entscheidungen seien auch die Belange des Personals berücksichtigt worden.

Die Westfalen AG beschäftigt knapp 1700 Mitarbeiter, davon rund 290 in ausländischen Tochtergesellschaften. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei knapp 1,7 Milliarden Euro.


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