Ifa 2018 Technik ist smart

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Ab Freitag ist die Ifa für Besucher geöffnet. Foto: Carsten Koall/dpaAb Freitag ist die Ifa für Besucher geöffnet. Foto: Carsten Koall/dpa

Berlin. Intelligenz und Vernetzung, das sind zwei große Trends der Internationalen Funkausstellung (Ifa) in Berlin. Ab Freitag ist die Messe für Besucher geöffnet. Ein erster Blick darauf, was Besucher erwartet.

Während die ersten Unternehmen bereits ihre Neuheiten auf der Internationalen Funkausstellung (Ifa) präsentieren, arbeiten in den Hallen der Berliner Messe noch fleißig die Handwerker, um alle Messestände pünktlich zur offiziellen Eröffnung morgen fertig zu bekommen. Mehr als 250 000 Besucher sind im vergangenen Jahr gekommen. Und mit einem Ordervolumen von mehr als 4,7 Milliarden Euro ist die Messe für Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender des Messeausrichters gfu Consumer & Home Electronics GmbH, nach wie vor für Hersteller eine wichtige Veranstaltung im Jahreskalender.

Für Christian Göke, Chef der Messe Berlin, ist die Ifa mit ihren mehr als 1800 Ausstellern in diesem Jahr das „Smart Home für die digitale Welt“. Keine andere Messe sei so international und gebe dem Markt so viele Impulse, sagte er am Mittwoch zur Eröffnung.

Und der Markt für Unterhaltungselektronik sei trotz negativer Einflüsse wie der Handelskonflikte zwischen China und den USA stabil, so Kamp. Die Trends dieses Jahres liegen für ihn vor allem im Bereich der Sprachsteuerung und Virtual Reality. Auch die Vernetzung ist ein anhaltender Trend. Wobei sowohl Bosch als auch Miele zur Eröffnung betonten, es dürfe keine Vernetzung um der Vernetzung willen geben. Es brauche den Mehrwert für den Kunden.

Für Reinhard Zinkann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Elektrohausgeräte, kommen als Trend auch multifunktionale Geräte wie Wasch-Trocken-Kombinationen oder Kombi-Öfen hinzu. Das Thema Energieeffizienz sieht er nicht mehr an erster Stelle – auch wenn die Branche dringend auf das neue EU-Label warte.

Flexibilität

Unter dem Motto „Flexibilität im Haushalt“ stehen die intelligenten Induktionskochfelder, die sowohl das Unternehmen Siemens als auch Miele am ersten Tag auf der Ifa präsentierten. Keine vorgeschriebene Platzierung von Töpfen und Pfannen, das erkennt das Feld automatisch – und passt sich auch beim Verschieben an. Als Marktstart hat Miele April 2019 vorgesehen. Bei Siemens ist das „FreeInduction Plus“ mit 56 Mikrosensoren ausgestattet, die die Position der Töpfe und Pfannen erkennen und entsprechend auch nur dort Energie aufwenden. Je nach Größe und Form können bis zu sechs Geräte frei platziert und bewegt werden. Ein dynamisches Full-Touch-TFT-Display und activeLight-Lichtstreifen unterstützen das intuitive Bedienen.

Flexibel ist auch Boschs Vario Style. Individualität ist für das Unternehmen einer der großen Konsumertrends. Durch magnetische Farbtüren kann der Kunde seinem Kühlgerät ein eigenes Aussehen verleihen.

Der Kaffeevollautomat der Baureihe CM7 ist laut Miele das einzige Gerät seiner Art, das gleich drei Kaffeesorten bereithalten kann. Und auch das Start-up MChef, ein Gourmet-Lieferdienst, mit dem das Gütersloher Unternehmen Neuland betritt, hat mit Flexibilität für den Kunden zu tun. Die für den 2017 vorgestellten Dialoggarer konzipierten Gerichte sind aber nichts für Kurzentschlossene. Lieferung ist erst am nächsten Tag.

Sprachsteuerung

Sprachassistenten erreichen den Massenmarkt, hieß es gestern passend zum Start der Ifa seitens des Branchenverbands Bitkom. Jeder achte Bundesbürger, also 8,7 Millionen Menschen, nutze bereits einen intelligenten Lautsprecher mit digitalem Sprachassistenten. Vor allem die Möglichkeit, die digitalen Sprachassistenten mit Smart-Home-Geräten zu verbinden, sei sehr beliebt.

Nach der Ifa dürften das noch mehr werden, denn die Steuerung unter anderem von Haushaltsgeräten auch über Sprache ist einer der Trends der Messe. So gibt es unter anderem von Siemens Spülmaschinen, die auf Worte reagieren. Auch der weitgehend autonome Geschirrspüler der Generation 7000 von Miele lässt sich je nach Land mit Alexa steuern.

Doch nicht nur im Haushalt, auch in der Unterhaltungselektronik wie bei Lautsprechern hat die Sprachsteuerung Einzug gehalten. Der dänische Edel-Hi-Fi-Spezialist Bang & Olufsen macht normalerweise Technik für gut betuchte Käufer, die sich mehr um Sound und Design als um neumodische Gimmicks scheren. Zur IFA gibt es jedoch zwei neue Modelle – Beosound 1 und 2 – mit eingebautem Google Assistant.

Interessant dürfte derVortrag von Daniel Rausch werden. Er ist beim weltweit größten Einzelhändler Amazon für Entwicklungen rund um das Smart Home verantwortlich

Kombination

Die Kombination von Leistungen: Unter dieser Überschrift hat Siemens die Waschen-und-Trocknen-Combo IQ500 mit zur Ifa gebracht. Es ist der erste Vollwaschtrockner mit Vernetzung und i-Dos Präzisionsdosierung, den das Unternehmen vorstellt. Der Markt für kombinierte Geräte wachse.

Eine Kombination ganz anderer Art könnte für Siemens in ein bis zwei Jahren Realität sein: Eine Kommunikation zwischen Smartwatch und Küchengeräten, die in Kombination intelligent selbst gesteckte Ernährungs- und Abnehmziele unterstützen. Oder zwischen Smartwatch und Kaffeemaschine, die nach einem schlechten Schlaf den Kaffee doppelt so stark kocht wie sonst.

8K

Wer heute durch die Sender zappt, muss lange suchen, bis er hochauflösende Programminhalte findet. Dennoch werden gleich mehrere Hersteller auf der Ifa die nächste Generation der TV-Geräte, die ersten 8K-Fernseher, vorstellen. Zu ihnen gehören unter anderem LG und Samsung. Die Anzahl der Pixel wird im Vergleich zu UltraHD, auch 4K genannt, nicht nur verdoppelt, sondern gleich vervielfacht.

Wie diese Neuerung bei den Kunden ankommt, wird sich zeigen. Es wird auch davon abhängen, wie schnell Angebote kommen, durch die der Kunde mit den neuen Geräten einen Mehrwert bekommt. Ein Trost: Bis dahin werden die Bilder hochskaliert.

Gesundheit und Fitness

Auch das Thema Gesundheit und Fitness finden sich auf der Ifa wieder. So widmet sich Philips dem gesunden Schlaf. Das „Smart-Sleep“-Stirnband, das nach eigenen Angaben voraussichtlich Ende 2018 auf den Markt kommt, misst per Sensor Hirnwellen und soll daran erkennen, wann der Träger in einem erholsamen Tiefschlaf angekommen ist. Audiosignale sollen diesen dann vertiefen und verlängern.

Den Trend, mithilfe von Stromstößen das eigene Training zu intensivieren, will der deutsche Gesundheitsgerätehersteller Beurer nun in Privathaushalte bringen. Präsentiert wird in Berlin unter anderem das „EMS Home- Studio“

Autonomes Fahren

Zum ersten Mal wird es auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin auch um autonomes Fahren gehen. An den letzten beiden Messetagen, 4. und 5. September, wird die Fachtagung „Shift Automotive“ stattfinden. Dafür kommen Branchenführer der Automobil- und Consumer Electronics-Industrie nach Berlin, um über die Zukunft der Mobilität zu diskutieren. Geplant sind eine Reihe von Keynotes, Impulsreferaten, Podiumsdiskussionen und Workshops. Zu den Keynotern und Diskussionsteilnehmern gehören John Schoenbeck, Leiter strategische Partnerschaften, BMW Designworks, Daniel Deparis, Leiter smartLabs, Daimler, Martin Beltrop, Director Emerging Products, Nokia und Timo Nuehrich, CEO, drive by. 


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