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28.08.2018, 20:24 Uhr USA UND MEXIKO EINIGEN SICH

Nafta-Reform: Punktsieg für Trump

Kommentar von Manuel Glasfort

Die drei Nafta-Partner Kanada, Mexiko und USA stehen vor einer Reform des Freihandelsabkommens. Mexiko und die USA sind sich bereits einig, Kanadas Zustimmung steht noch aus. Foto: dpa/AP/Marco UgarteDie drei Nafta-Partner Kanada, Mexiko und USA stehen vor einer Reform des Freihandelsabkommens. Mexiko und die USA sind sich bereits einig, Kanadas Zustimmung steht noch aus. Foto: dpa/AP/Marco Ugarte

Osnabrück. Nach monatelangem Gezeter stehen die Zeichen im Handelsstreit auf Entspannung – zumindest gilt das für die USA und Mexiko. Entsprechend erleichtert nahmen die Finanzmärkte die Einigung zwischen den beiden Ländern auf ein erneuertes Nafta-Abkommen auf. Doch der Punktsieg für US-Präsident Donald Trump birgt auch eine große Gefahr.

Ein Blick auf die Handelsdaten lässt keinen Zweifel, wer die bessere Verhandlungsposition hatte. Rund 80 Prozent der mexikanischen Exporte gehen in die USA, umgekehrt spielt Mexiko als Abnehmer von US-Produkten zwar eine wichtige, aber keine überragende Rolle. Kein Wunder also, dass Washington dem Nachbarn Konditionen nach seinem Gusto aufzwingen konnte. So müssen Autos für den nordamerikanischen Markt in Zukunft zu 45 Prozent aus Teilen bestehen, die von Arbeitern mit einem Stundenlohn von mindestens 16 Dollar gefertigt wurden. Trump ist damit seinem Ziel nähergekommen, mehr Fertigung in die USA zu holen.  

Doch nicht nur das: Mit der bilateralen Einigung setzt der US-Präsident den kanadischen Premier Justin Trudeau unter Zugzwang, mit dem er spätestens seit dem G-7-Gipfel verfeindet ist. Kanada kann es sich kaum leisten, außen vor zu bleiben. Fügt sich Trudeau, wird Trump sich in seiner Brachial-Politik bestätigt fühlen. Das könnten dann auch andere Handelspartner unversehens zu spüren bekommen, nicht nur China, sondern auch Europa.


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