Bersenbrücker Firma im Porträt Wiegmann-Gruppe punktet mit hoher Fertigungstiefe

Von Christoph Lützenkirchen

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An einer neuen Anlage zur Herstellung von Konstruktionsprofilen arbeitet Metallbauer Andreas Frerichs. 
Foto: Christoph LützenkirchenAn einer neuen Anlage zur Herstellung von Konstruktionsprofilen arbeitet Metallbauer Andreas Frerichs. Foto: Christoph Lützenkirchen

Bersenbrück. Die Wiegmann-Gruppe aus Bersenbrück hat vor nicht einmal 40 Jahren klein angefangen. Inzwischen beliefert das Unternehmen Stahl- und Hallenbauer im gesamten Nordwesten - und darüber hinaus. Für unsere Serie "Firmenporträt" haben wir uns bei der Wiegmann-Gruppe umgesehen.

Es kann auch drei Chefs geben. So wie bei Wiegmann in Bersenbrück. Die 1979 gegründete Unternehmensgruppe wird von den Brüdern Andreas, Frank und Ralf Wiegmann geführt. Das Trio hat die vielfältigen Aufgaben in der Steuerung des Metallbauunternehmens unter sich aufgeteilt: Ralf, mit 48 Jahren der jüngste, kümmert sich um die Pulverbeschichtung. Er ist gelernter Werkzeugmacher, Maschinenbauingenieur und Betriebswirt im Handwerk. Das Baugeschäft betreut sein Bruder Frank (50), der sich als Bauingenieur, Schweißfachingenieur und Wirtschaftsingenieur qualifiziert hat. Der älteste Bruder Andreas (52) ist gelernter Fernsehtechniker und Bürokaufmann. Eigentlich hatte er nicht vor, in das Familienunternehmen einzusteigen, entdeckte dann aber sein Talent für den Verkauf und qualifizierte sich zusätzlich als Betriebswirt im Handwerk. Er betreut die Bereiche Produktion und Handel. „Etwa 90 Prozent der Zeit arbeitet jeder von uns eigenständig in seinem Verantwortungsbereich“, sagt Andreas Wiegmann. In der Geschäftsführung der Firmengruppe, die ihnen zu gleichen Teilen gehört, arbeiten die drei gleichberechtigt zusammen.

"Unser Alleinstellungsmerkmal ist das Komplettpaket"

Zur Wiegmann-Gruppe zählen heute fünf operative Firmen und zwei Dachgesellschaften. „Jede der operativen Firmen ist selber aktiv im Vertrieb und Einkauf und beschäftigt eigene Mitarbeiter“, so Andreas Wiegmann. Sein Bruder Frank erläutert das Leistungsspektrum des Unternehmens. Die Firmengruppe liefert alles, was mit einer Gebäudehülle aus Metall zu tun hat. Dazu zählen Profile und Elemente, aber auch Montage und Planung sowie Farbbeschichtung. Frank Wiegmann: „Unser Alleinstellungsmerkmal ist das Komplettpaket: Planung, Vertrieb, Herstellung, Lieferung, Montage. Dabei haben wir eine Fertigungstiefe, die in Deutschland kaum ein Zweiter bieten kann.“

Dabei blickt die Unternehmensgruppe auf bescheidene Anfänge zurück. Der Vater der drei Brüder, Rudolf, war Hufschmied, als er sich 1979 selbstständig machte. Mit viel Mut, guten Kontakten und unternehmerischem Geschick gelang ihm ein guter Start. Schon vier Jahre nach der Gründung der Firma baute er auf dem weitläufigen Gelände, das er von der Gemeinde gekauft hatte, eine Halle. Außerdem rief er die Rudolf Wiegmann Umformtechnik als erstes Tochterunternehmen ins Leben.

Coppenrath & Wiese unter den Kunden

Seither ist die Wiegmann-Gruppe stark gewachsen. Ihre Kunden kommen aus ganz Deutschland, schwerpunktmäßig jedoch aus der Region Weser-Ems. Als Beispiele nennt Frank Wiegmann Firmen wie Coppenrath & Wiese, Derby Cycle oder Culimeta. „Eines der interessantesten Objekte, das wir noch 2018 fertigstellen müssen, ist die Berg- und Talstation des Skiliftes in Willingen im Sauerland“, sagt er. Seinen Angaben zufolge gehören fast alle Stahl- und Hallenbauer aus einem Umkreis von 100 Kilometern zum Kundenstamm.

Für das Osnabrücker Architekturbüro igk Krabbe übernimmt Wiegmann Trapezblecharbeiten. „Das ist ein Schlüsselgewerk bei unseren Bauprojekten“, sagt der Architekt Christoph Dieckmann, Mitglied der Geschäftsführung von igk Krabbe. „Ich kenne die Wiegmann Gruppe seit 1993 als verlässlichen und schlagkräftigen Partner.“ Das Unternehmen arbeite termingerecht und immer im vorgegebenen Kostenrahmen. „Wiegmann beteiligt sich an all unseren Ausschreibungen, akzeptiert aber professionell, wenn der Zuschlag an Mitbewerber erfolgt“, berichtet Dieckmann. (Hier weiterlesen: Ingenieurgemeinschaft igk Krabbe im Porträt)

Jahresumsatz von 38 Millionen Euro

Der Jahresumsatz der Firmengruppe liegt seit einigen Jahren bei 36 bis 38 Millionen Euro. Durch die breite Diversifizierung des Geschäfts, sei die Bandbreite recht stabil, sagt Andreas Wiegmann. Sein Unternehmen beschäftigt aktuell 186 Mitarbeiter, davon sind drei Auszubildende. Das Durchschnittsalter liegt bei 43 Jahren, viele Mitarbeiter sind schon 25 Jahre und länger dabei. Ausgebildet wird in verschiedenen handwerklichen und kaufmännischen Berufen, außerdem auch für den Beruf des Systemplaners.

In den letzten zehn Jahren investierten die drei Brüder nach eigenen Angaben rund zehn Millionen Euro. Am teuersten war mit rund 2,5 Millionen Euro der Kauf einer Anlage zur Herstellung von Konstruktionsprofilen.

Die Zukunftspläne der drei Brüder hören sich bescheiden an: „Unser vorrangiges Ziel für die nächsten Jahre ist Stabilität“, erklärt Andreas Wiegmann. „Wir haben keine ehrgeizigen Wachstumspläne.“


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