Ein Bild von Nina Kallmeier
27.08.2018, 19:14 Uhr KOMMENTAR

Anderes Leben, andere Möbel

Kommentar von Nina Kallmeier

Mit der aktuellen Entwicklung der Branche ist VDM-Geschäftsführer Jan Kurth nicht zurfrieden. Foto: Matthias Hiekel/dpaMit der aktuellen Entwicklung der Branche ist VDM-Geschäftsführer Jan Kurth nicht zurfrieden. Foto: Matthias Hiekel/dpa

Osnabrück. Verhaltene Bilanz der Deutschen Möbelindustrie: Nach Umsatzrückgängen im zweiten Halbjahr 2017 ist das erste Halbjahr 2018 nur mit einem leichten Plus zu Ende gegangen. Den Exportmarkt stimmt Hersteller deutlich positiver als das Inlandsgeschäft. Ein Kommentar.

Die Stimmung der deutschen Möbelindustrie ist verhalten. Zwar werden Qualität und Design von Möbeln „made in Germany“ immer noch hochgehalten – augenscheinlich weiß das Ausland dies jedoch zunehmend mehr zu schätzen als Kunden im Inland. Die Exportquote deutscher Hersteller steigt, Inlandsabsätze stagnieren, und die Importquote in der Branche legt leicht zu.

Für die Möbelindustrie wird dieser Trend zunehmend problematisch. So erfreulich Zuwächse im Ausland sind, Hersteller müssen auch im Inland attraktiv bleiben. Absatzschwächen kann der VDM nicht allein mit gutem Wetter wegdiskutieren. Daran „leidet“ auch das Ausland, und doch wächst der Markt. Es muss also auch andere Gründe geben, warum Kunden hierzulande auf Importware setzen.

Der Preis ist ein Aspekt. Wer sich als Student, Azubi oder Single eine Wohnung einrichtet, ist in seinem Möbelkauf pragmatisch und weniger gewillt, zu viel Geld auszugeben. Der nächste Umzug oder eine Veränderung der Lebensumstände schaffen schnell andere Wohnvoraussetzungen, die ein neues Mobiliar mit sich bringen. Günstigere Importe auszutauschen liegt da nahe – oder eben deutsche Produkte der mittleren Preiskategorie. Auf diese veränderte Lebenssituation muss sich die Industrie noch besser einstellen, wenn sie nicht mehr Marktanteile abgeben will.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN