Eimermacher aus Nordwalde Bundesliga setzt auf Freistoßspray aus dem Münsterland

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Nordwalde. Bayern München empfängt am Freitag die TSG Hoffenheim zum Auftakt der 56. Spielzeit der Fußball-Bundesliga. Beteiligt an diesem „Süd-Gipfel“ zweier Top-Teams der Vorsaison ist auch das Münsterland.

Wie vorgeschrieben wird eine Dose mit Sprühschaum zur Ausrüstung des Schiedsrichters gehören. Er kann damit den Ort der Ausführung von Freistößen und den Mindestabstand von Abwehrspielern markieren. Exklusiver Lieferant dieses Freistoßsprays für alle Profi-Ligen in Deutschland und den DFB-Pokal ist die Unternehmensgruppe Eimermacher aus Nordwalde. Ihr Name ist weniger bekannt als ihre Marken. Neben vielen anderen Produkten wird der Schiri-Schaum unter dem Label Sport Lavit vertrieben.

 

Seit dreieinhalb Jahren setzen Schiedsrichter den Sprühschaum im deutschen Profifußball, aber zunehmend auch im Ausland ein. Auf mehr als 50.000 schätzt Lambert Hettlich die Zahl der kleinen schwarzen Sprühdosen, die bislang in Nordwalde, rund 20 Kilometer nordwestlich von Münster,  abgefüllt wurden. Hettlich ist Business Director Sport der Schweizer-Effax GmbH, einem der vier Unternehmen in der Eimermacher-Gruppe.

Mehrere tausend Produkte

Seit 1997 gehört Schweizer-Effax zur Gruppe und bietet mit weiteren Marken (zum Beispiel Effol, Effax oder Hey-Sport) Pflegeprodukte für Pferd und Reiter, Gegenstände aus Leder, Zweiräder und Outdoor-Textilien an. Zum Jahresumsatz der Gruppe von mehr als 40 Millionen Euro trägt Schweizer-Effax etwa ein Sechstel bei. Das Freistoßspray ist eines unter mehreren tausend Erzeugnissen der Eimermacher-Gruppe. „Aber es ist ein Imageprodukt“, betont der Manager und freut sich über die weiterhin wachsende Nachfrage.

Zusammen mit Ralph Eimermacher und Alfred Fislage steht Guido Venschott als Geschäftsführer an der Spitze der Unternehmensgruppe. Venschott sieht die umsatzstärksten Bereiche bei den Marken Eimü (Landwirtschaft), Effol (Pferdepflege) und Enzborn (Humankosmetik). Doch die eher ans Flachland gewöhnten Münsterländer sind inzwischen sogar Hersteller von Skiwachsen, nachdem sie 2012 die Holmenkol GmbH in Ludwigsburg als jüngste Tochter in ihre Unternehmensgruppe aufgenommen haben. Seit 2004 zur Gruppe gehört die auf Physiotherapie-Produkte spezialisierte Sporto-med GmbH im pfälzischen Flörsheim-Dalsheim.

Mit Melkfett groß geworden

Eimü hingegen ist eine angestammte Marke der Gruppe, die 215 Männer und Frauen beschäftigt. Eimü deutet auf die historischen Wurzeln hin, denn der Fabrikant Ferdinand (Ei)mermacher gründete 1910 in (Mü)nster ein Unternehmen, um Gastronomen mit Speiseöl und Seife zu beliefern. Später spezialisierte sich die Firma auf Auto-Öle, bevor sie in die Produktion von Melkfett einstieg. Heute ist sie ein führender Entwickler und Hersteller von flüssigen Zitzendesinfektions- und -Reinigungsmitteln, die besonders beim automatisierten Melken verwendet werden. Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung ist Oliver Temme, der Jod und Minzöl als wichtigste Rohstoffe der Gruppe benennt.

Ein Beispiel dafür, wie bei Eimermacher aus  Tradition neue Produkte und Anwendungen entstehen, ist die Pferdesalbe. Sie wird heute überwiegend für Menschen gekauft, und zwar nicht nur in den traditionell belieferten Raiffeisen-Märkten, sondern vor allem in Drogerien und zunehmend in Hofläden. In der Gruppe gebe es ein „starkes und gleichzeitig gesundes Wachstum“, sagt Marketingleiterin Anne Leeners unter Hinweis darauf, dass die Lagerkapazitäten unlängst verdoppelt wurden und bald auch die Produktionsfläche vergrößert werden soll. Dazu passt, dass die Muttergesellschaft Ferdinand Eimermacher GmbH & Co. KG im Jahresabschluss für das vergangene Jahr ein Umsatzplus von 13,3 Prozent bekannt gab. 2017 sei das „erfolgreichste Wirtschaftsjahr der gesamten Gruppe“ gewesen, resümiert Geschäftsführer Venschott.


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