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17.08.2018, 14:35 Uhr KOMMENTAR

Google-Mitarbeiter protestieren gegen China-Pläne: Richtig so!

Kommentar von Melanie Heike Schmidt

Google will wachsen, gerne auch in China. Allerdings müsste sich der US-Konzern dafür den Zensurvorschriften der Zentralregierung beugen. Ist es das wert? Foto: AFPGoogle will wachsen, gerne auch in China. Allerdings müsste sich der US-Konzern dafür den Zensurvorschriften der Zentralregierung beugen. Ist es das wert? Foto: AFP

Osnabrück. US-Suchgigant Google plant möglicherweise die Rückkehr auf den chinesischen Markt. Das bringt die Belegschaft in Aufruhr, denn dann würde sich der Online-Riese den chinesischen Zensurwünschen beugen. Keine gute Idee.

Suchmaschinenriese Google hat China im Visier und plant offenbar, sich den Zensurvorschriften der Zentralregierung zu beugen. Die Mitarbeiter des US-Konzerns sind alarmiert. Bisher hatten sich ihre Chefs geweigert, das Angebot zu zensieren. Was ist passiert?

Dem Konzern gehen die Wachstumsmärkte aus. Im Westen sind mehr als 90 Prozent der Bevölkerung online, hier ist kaum Luft nach oben. In China locken knapp 800 Millionen Internetnutzer – und noch mehr: Erst die Hälfte der Bevölkerung des Riesenreichs ist online.

Bisher hat sich Google um Pekings Zensurwünsche herumlaviert, hat unverfängliche Apps für Smartphones angeboten und Ähnliches. Doch die Gewinne sind mau. Bleibt der Exportschlager, die Suchmaschine. Doch sollte Google der Versuchung erliegen?

Nein. Beugt sich der Konzern unter dieses Joch, zerstört er nicht nur das Vertrauen der Belegschaft, die sich auf die Ethik-Leitsätze verlassen können muss. Google riskiert auch weltweit einen massiven Imageschaden. Das ist es nicht wert. Zumal Chinas eigene Suchmaschine Baidu längst den Markt beherrscht. Google hätte keinen Mehrwert, die Aufholjagd wäre wohl kaum zu gewinnen.

Stattdessen sollte Google den Blick auf Afrika lenken. Heute leben dort etwa 170 Millionen Internetnutzer, 2025 werden es 600 Millionen sein. Auch sie brauchen Suchmaschinen.


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