Ein Bild von Manuel Glasfort
16.08.2018, 20:20 Uhr KRISE BEI ENERCON

Süßes Gift der Subventionen

Kommentar von Manuel Glasfort

Immer mehr Windräder drehen sich in Deutschland, doch die Netzanbindung bleibt ein Problem. Foto: Christian BellingImmer mehr Windräder drehen sich in Deutschland, doch die Netzanbindung bleibt ein Problem. Foto: Christian Belling

Osnabrück. Der Fall Enercon ruft Erinnerungen wach an den Niedergang der deutschen Fotovoltaikindustrie. Ebenso wie die Windkraftbranche wurde auch die Solarindustrie mittels üppiger Subventionen aufgepumpt. Als die Kosten für die Stromkunden auszuufern drohten und die Fördermittel gekürzt wurden, folgte der Absturz.

Es ist absurd, dass im Fall von Enercon der Ruf nach Sonderausschreibungen ertönt. So bitter der drohende Jobverlust für die Mitarbeiter von Enercon und anderen Herstellern ist – er ist Teil eines nötigen Abbaus von Überkapazitäten, die es ohne die Subventionen durch das EEG gar nicht gäbe. Die Erneuerbaren-Branche muss dringend vom süßen Gift der staatlichen Zuschüsse entwöhnt werden. Mit der Umstellung von fixen Fördersätzen auf Ausschreibungsverfahren hat die Politik einen ersten Schritt weg von der Planwirtschaft hin zu mehr Marktwirtschaft auf dem Energiemarkt getan, auch wenn sie im Detail nachbessern muss.  

Dabei darf es aber nicht bleiben. Der Ausbau von Windkraft und Stromleitungen muss besser synchronisiert werden. Solange der Netzausbau hinterherhinkt, nützen zusätzliche Windparks nichts. Die Rundreise von Wirtschaftsminister Altmaier zeigt, dass die Politik das verstanden hat.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN