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11.08.2018, 08:10 Uhr KOMMENTAR

Airbnb: Es geht um Profit

Von Nina Kallmeier


Vor zehn Jahren ist Airbnb in San Francisco gestartet. Foto: Christin Klose/dpaVor zehn Jahren ist Airbnb in San Francisco gestartet. Foto: Christin Klose/dpa

Osnabrück. Airbnb hat sich vom Start-up zum milliardenschweren Tourismus-Konzern und größten Rivalen der Hotelbranche entwickelt. Mit dem Vorwurf, Wohnraum zweckzuentfremden und Mieten in die Höhe zu treiben, steht das Unternehmen auch immer wieder in der Kritik.

Die Welt zu Gast bei Freunden: Auch für die Anfänge von Airbnb könnte das Motto der Fußball-WM 2006 zutreffen. Der Gedanke, für einen begrenzten Zeitraum sein Zuhause zu teilen – und dabei ein bisschen Geld zu verdienen –, war ein Grundprinzip der Netzwerkplattform. Mit der steigenden Nutzerzahl ist davon kaum etwas geblieben. Statt zu teilen, werden vielmehr ganze Wohnungen oder Häuser profitbringend vermietet.

Das bleibt nicht ohne Konsequenzen. Eine zunehmende Professionalisierung der Anbieter kann Airbnb bei allem Fokus auf den Gemeinschaftsgedanken nicht wegdiskutieren. Auch das US-Unternehmen selbst ist da keine Ausnahme. Längst kann das Erlebnispaket mitgebucht werden. So ist in einem schleichenden Prozess aus der „Sharing Economy“ ein Tourismusriese geworden, der sich rein durch das digitale Plattformgeschäft von anderen Anbietern unterscheidet. Wie bei vielen anderen digitalen Geschäftsmodellen hinkt die Politik bei der Regulierung jedoch hinterher. Klare Regeln aufzustellen, die eine Wettbewerbsverzerrung unterbinden, Kunden schützen und den gewerblichen Vermieter auch als solchen behandeln, ist unumgänglich. Dabei muss jedoch klar sein: Mit einem regulatorischen Flickenteppich ist niemandem geholfen. Eine bundesweit einheitliche Regelung sollte das Ziel sein.


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