Ein Bild von Katharina Ritzer
08.08.2018, 14:35 Uhr KOMMENTAR ZU TESLA

Teslas Börsenausstieg: Logischer Schritt für Elon Musk

Kommentar von Katharina Ritzer

Feiern lässt sich Tesla-Chef Elon Musk gerne, kritische Fragen von Anlegern hingegen schätzt er nicht. Allerdings ist Musk auch dann am erfolgreichsten, wenn er nach seinen eigenen Regeln spielt - ein Rückzug des Elektroauto-Unternehmens vond er Börse wäre also konsequent. Foto: dpa/Andrej SokolowFeiern lässt sich Tesla-Chef Elon Musk gerne, kritische Fragen von Anlegern hingegen schätzt er nicht. Allerdings ist Musk auch dann am erfolgreichsten, wenn er nach seinen eigenen Regeln spielt - ein Rückzug des Elektroauto-Unternehmens vond er Börse wäre also konsequent. Foto: dpa/Andrej Sokolow

Osnabrück. Manchen gilt Tesla-Gründer Elon Musk als genial, anderen als wahnsinnig, in der Symbiose vielen als wahnsinniges Genie. Seinem Ruf als impulsiver Unternehmer ist er mit der Ankündigung per Twitter, sein Elektroauto-Unternehmen privatisieren zu wollen, einmal mehr gerecht worden. Der Schritt könnte aber durchaus richtig sein: Wer wie Musk am erfolgreichsten ist, wenn er nach seinen eigenen Regeln spielt, passt wohl nicht in das starre Korsett der Börse. Ein Kommentar.

Nein, ein Spinner ist Elon Musk wahrlich nicht. Reich geworden mit Internet-Innovationen wie etwa dem Bezahldienst PayPal, hat sich der Visionär die Aufgabe gestellt, technisch hoch komplexe und teure Produkte günstiger und damit auch für die Massen erschwinglich zu machen.

Seine Firma SpaceX soll einmal Menschen im Pendelverkehr zum Mars und zurück bringen. Bei der Gründung 2002 wurde dies noch belächelt, inzwischen bringt SpaceX jedoch Satelliten ins All und versorgt die Raumstation ISS – und das deutlich günstiger als die vorherigen Systeme. Zwei Jahre später stieg Musk in die Elektromobilität ein und hat mit dem Tesla die träge Branche aufgemischt.

Solange also Musk nach seinen eigenen Regeln spielt, hat er Erfolg. Seit dem Börsengang von Tesla aber gelten starre Regeln wie Quartalsberichte, verbindliche Prognosen und damit verbundene kurzfristige Entscheidungen auch für ihn. Die Folge: Weil Tesla beim neuen Model 3 die Produktionszahlen nicht schafft, wird der Wagen teilweise in einem riesigen Zelt zusammengeschraubt und Musk selbst soll inzwischen oft im Werk übernachten, um den Druck hoch zu halten.

Ein Rückzug von der Börse wäre also sinnvoll, damit Tesla die Produktion in Ruhe perfektionieren kann. Wegen der Kurssprünge, die Tesla-Großaktionär Musk mit seiner wilden Twitterei ausgelöst hat, droht ihm nun allerdings Ärger mit der Börsenaufsicht. Für Musk ein Grund mehr, Tesla zu privatisieren.


Der Artikel zum Kommentar

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN