Unterstützung für Landwirte Union: Handel muss dürregeplagten Bauern mehr zahlen

Von Dirk Fisser

Die Unionsfraktion im Bundestag hat den Einzelhandel in Deutschland zur Solidarität „ohne Wenn und Aber“ mit den von der Dürre betroffenen Bauern aufgefordert. Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) sagte unserer Redaktion, der Handel profitiere von Qualität und Vielfalt der Lebensmittel aus Deutschland. Foto: Oliver Berg/dpaDie Unionsfraktion im Bundestag hat den Einzelhandel in Deutschland zur Solidarität „ohne Wenn und Aber“ mit den von der Dürre betroffenen Bauern aufgefordert. Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) sagte unserer Redaktion, der Handel profitiere von Qualität und Vielfalt der Lebensmittel aus Deutschland. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück Die Unionsfraktion im Bundestag hat den Einzelhandel in Deutschland zur Solidarität „ohne Wenn und Aber“ mit den von der Dürre betroffenen Bauern aufgefordert. Fraktionsvize Gitta Connemann (CDU) sagte unserer Redaktion, der Handel profitiere von Qualität und Vielfalt der Lebensmittel aus Deutschland.

„Es wäre in seinem eigenen Interesse, sich nicht diesen Ast abzusägen, auf dem er sitzt“, sagte die Agrarexpertin der Union. Wenn der Handel klug wäre, würde er mehr für landwirtschaftliche Produkte zahlen. „Dies gilt auch für den Verbraucher“, so Connemann. Bei den Verbrauchern sei sie diesbezüglich zuversichtlich, sagte Connemann. „Beim Lebensmitteleinzelhandel sehe ich diese Bereitschaft zur Fairness jedenfalls bei den Großen nicht.“

Kritik am Preiskampf

Sie betonte den erdrückend hohen Marktanteil von Lidl, Aldi, Rewe sowie Edeka und den „kannibalistischen“ Wettbewerb zwischen den großen vieren. „Dieser wird vor allem über den Preis geführt – auf dem Rücken der Produzenten. Am Ende der Kette stehen die Landwirte.“ Der Staat dürfe zwar keine Preise diktieren, aber er müsse sich für faire Bedingungen einsetzen. Sie verwies auf den Entwurf einer EU-Richtline, die derzeit diskutiert wird und für Fairness sorgen soll.

Nach Angaben der Bauernverbände bangen zahlreiche Landwirte angesichts der anhaltenden Trockenheit um ihre Existenz. Der Bund will mit Hilfszusagen allerdings warten, bis sämtliche Erntemeldungen aus den Ländern vorliegen. Bauernverbandspräsident Joachim Rukwied drängte in dieser Woche zur Eile: „Viele Bauern brauchen eine schnelle Unterstützung, um liquide zu bleiben.“ Er rief Bund und Länder auf, den Weg für Hilfen frei zu machen. „Noch ist Zeit, um Insolvenzen zu verhindern.“


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