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30.07.2018, 19:42 Uhr KOMMENTAR

Bezahlsystem: Innovation mit einem Haken

Kommentar von Nina Kallmeier

Viele Sparkassenkunden können Beträge bis zu 25 Euro nun mit ihrem Smartphone bezahlen. Foto: Bernd Weissbrod/dpaViele Sparkassenkunden können Beträge bis zu 25 Euro nun mit ihrem Smartphone bezahlen. Foto: Bernd Weissbrod/dpa

Osnabrück. Sparkassen-Kunden können an der Ladenkasse jetzt auch per Smartphone bezahlen. Knapp fünf Wochen nach dem US-Internet-Riesen Google starteten am Montag mehr als 300 der regionalen Geldhäuser ihr Smartphone-Bezahlsystem. Ein Kommentar.

Die Testphase ist geschafft: Nun kann auch die Mehrheit der Sparkassenkunden mit ihrem Android-Smartphone zahlen. Damit ziehen die regionalen Geldinstitute nach und versuchen, den Anschluss an die US-Konkurrenz nicht zu verlieren. Google hat vorgelegt.

Was die Sparkasse ihren Kunden präsentiert, ist jedoch nicht so innovativ, wie es scheint. Wirklich kontaktlos ist das Bezahlen nur bis zu einem Betrag von 25 Euro. Bei der Zahlung des Wocheneinkaufs oder der Shoppingtour wird sich für den Kunden somit nichts ändern. Und anders als bei Google Pay kassiert die Sparkasse bei jeder Transaktion mit. Wie hoch die Gebühr für den Kunden ausfällt, ist von Institut zu Institut unterschiedlich. Der Kunde muss sich somit gut informieren, sonst ist die Ernüchterung am Ende des Tages groß. Die Sparkassen sollte es nicht überraschen, wenn ihre Kunden letztlich auf die kostengünstige Google-Variante zurückgreifen – auch wenn sie dafür statt mit Barem mit ihren Daten zahlen.

Ob sich die regionalen Institute so gegen die US-Konkurrenz durchsetzen können, bleibt also fraglich. Schon das Prestige-Projekt der deutschen Banken Paydirekt ist eher ein Phantom als eine ernst zu nehmende Konkurrenz zu Paypal geblieben. Nach einer Phase der Euphorie könnte es dem mobilen Bezahlen der Sparkassen ähnlich ergehen.


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