Plädoyer des DIHK-Präsidenten Experte will „zügig“ das Fachkräftezuwanderungsgesetz

Von KNA

DIHK-Präsident Eric Schweitzer will die Einwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern. Foto: Wolfgang Kumm/dpaDIHK-Präsident Eric Schweitzer will die Einwanderung ausländischer Fachkräfte erleichtern. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

KNA Köln. Wegen eines Fachkräftemangels dringt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer, auf eine zügige Einführung des Fachkräftezuwanderungsgesetzes.

„60 Prozent, also mehr als die Hälfte aller deutschen Unternehmen, sagt, das Thema Fachkräftemangel ist für uns Kernthema Nummer eins“, sagte Schweitzer im Interview der Woche des Deutschlandfunk, das am Sonntag ausgestrahlt wird. Der Koalitionsvertrag von Union und SPD sieht ein Fachkräftezuwanderungsgesetz vor.

Vier von zehn Unternehmen in Deutschland müssten mittlerweile Aufträge ablehnen, weil sie nicht ausreichend Fachkräfte hätten. „Das ist so die Höchststrafe, die Sie einem Unternehmer antun können“, so Schweitzer. Jede zweite offene Stelle könne zudem langfristig nicht besetzt werden. „Das ist unser zentrales Problem.“

„Zentrales Thema„

Zurzeit verlassen nach Schweitzers Worten pro Jahr rund 700.000 Schüler die Schule, etwa eine Million Menschen gehen in Rente. In zwei Jahren seien es 1,2 Millionen pro Jahr, die Schülerzahl bleibe dagegen etwa die dieselbe. „Alleine daraus ergibt sich noch mal jetzt eine zusätzliche Herausforderung.“ Schweitzer sagte: „Das ist kein Gutmenschenthema, sondern das ist ein zentrales Thema für die deutsche Wirtschaft.“

Seit einigen Jahren werde mehr als die Hälfte der neuen zusätzlichen Arbeitsplätze über Fachkräfte aus dem Ausland besetzt, erklärte Schweitzer. „Das heißt, wir müssen jetzt dazu kommen, dass wir Fachkräftezuwanderung nach Deutschland bürokratisch deutlich erleichtern“. Das solle nicht nur für Akademiker, sondern auch für beruflich Qualifizierte gelten.

Wirtschaft ein Integrationsförderer?

Schweitzer unterstrich den Unterschied zwischen den Themen Asyl und Flüchtlinge und Fachkräftezuwanderung. „Bei Fachkräftezuwanderung geht es nicht um das im Grundgesetz verfügte Recht auf Asyl, sondern da geht es darum, dass wir qualifizierte Fachkräfte nach Deutschland holen wollen, die anschließend dann hier auch Steuern zahlen und ins Sozialsystem einbezahlen und nicht zu Lasten des Sozialsystems hier leben.“

Die Integration von Flüchtlingen werde aber auch in der Wirtschaft geleistet: 14 Prozent der ausbildenden Unternehmen in Deutschland bildeten Flüchtlinge aus. Über 16 Prozent hätten das in den nächsten zwei Jahren vor. Mehr als 20.000 Flüchtlinge hätten inzwischen einen Ausbildungsplatz bei Unternehmen. Die „beste Integration findet über Ausbildung und Arbeit statt“, betonte der Experte.


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