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24.07.2018, 18:12 Uhr KOMMENTAR

Meisterpflicht: Zeit zu handeln

Von Nina Kallmeier


Wiedereinführung der Meisterpflicht: Diskussion ist in der Regierungskoalition angekommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpaWiedereinführung der Meisterpflicht: Diskussion ist in der Regierungskoalition angekommen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Osnabrück. Seit der Handwerksreform 2004 können 53 der 94 Gewerke ohne Meisterbrief geführt werden. Das Handwerk kritisiert diese Entwicklung seit Langem und fordert ein Gegensteuern. Nun reagiert auch die Politik. Ein Kommentar.

Der Meister als Qualitätsgarant – für 53 Handwerke ist das seit 14 Jahren Geschichte. Zum Leidwesen für Kunden und Handwerker zugleich, denn während für den einen ein Kriterium der Auftragsvergabe weggefallen ist, kämpft der andere oft aufgrund der Konkurrenz durch Do-it-yourself-Handwerker mit einem Preisdruck. Nicht umsonst sind viele Ein-Mann-Betriebe nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden. Ein Problem für Kunden, die Gewährleistungsansprüche geltend machen wollen.

Zu lange hat die Politik zugeschaut, wie die Zahl der Betriebe in einzelnen zulassungsfreien Gewerken exorbitant steigt, während die Zahl der bestandenen Meisterprüfungen sinkt. Ohne Meister gibt es jedoch auch keine Ausbildung und damit weniger Fachkräfte von morgen. Raumausstatter und Fliesenleger sind hier nur diejenigen, die am lautesten vor Problemen warnen.

Dass die Debatte um eine Wiedereinführung der Meisterpflicht auf politischer Ebene angekommen ist, ist überfällig. Denn geredet wird im Handwerk seit Jahren, passiert ist nichts. Es muss ein Weg gefunden werden, um der Entwicklung gegenzusteuern. Sei es durch eine Wiedereinführung des Meisters oder vergleichbare Qualifikationen.


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