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23.07.2018, 17:55 Uhr KOMMENTAR

Bio-Lebensmittel im Supermarkt: Spiegel der Gesellschaft

Kommentar von Nina Kallmeier

Die Luft im Handel mit Bio-Lebensmitteln wird dünner. Foto: Oliver Berg/dpaDie Luft im Handel mit Bio-Lebensmitteln wird dünner. Foto: Oliver Berg/dpa

Osnabrück. Aldi, Edeka und Co. haben sich bereits rund zwei Drittel des Bio-Marktes gesichert. Und sie geben weiter Gas. Den Verbrauchern gefällt das. Doch viele Naturkosthändler können da nicht mehr mithalten. Ein Kommentar.

Ob Obst und Gemüse, Milchprodukte oder Fleisch: Lebensmittel mit dem Label „Bio“ sind längst aus dem Nischendasein rausgetreten. Sie sind zum Lifestyle-Produkt geworden. Dass auch Supermärkte und Discounter auf den Zug aufspringen und Umsatzzuwächse für sich generieren wollen, spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung wider.

Aus Verbrauchersicht ist die Öffnung des Lebensmitteleinzelhandels für Bio-Produkte eine prima Sache. Vor allem, da sich die Preise konventioneller Lebensmittel und ihrer Bio-Variante in vielen Fällen in nahezu nichts nachstehen. So greift der Kunde noch einmal schneller zum Bio-Produkt als sonst. Das hat jedoch auch seine Tücken. Er sollte genau hinschauen, wie viel Bio in dem von ihm gekauften Produkt wirklich ist. Die Unterschiede zwischen den Labeln sind groß.

Die großen Verlierer dieser Entwicklung sind die ehemaligen Bio-Pioniere: die Fachmärkte, die sich mühsam in der Nische einen Kundenstamm aufgebaut haben. Immer häufiger finden sich Marken, die früher ihnen vorbehalten waren, im normalen Markt wider. Damit verlieren sie ihr Alleinstellungsmerkmal – und damit ihre Existenzgrundlage. Zumal sie mit der Einkaufsmacht des konventionellen Lebensmitteleinzelhandels nicht mithalten können. Sich zusammenzuschließen wird die einzige Konsequenz sein, wenn der Bio-Markt überleben will.


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