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22.07.2018, 17:40 Uhr SCHEUER BEKENNT SICH ZUR BAHN

Bringt mehr Güter auf die Schiene

Kommentar von Manuel Glasfort

In Deutschland stagniert der Anteil des Schienengüterverkehrs am gesamten Gütertransport bei rund 20 Prozent. Das soll sich ändern. Foto: dpaIn Deutschland stagniert der Anteil des Schienengüterverkehrs am gesamten Gütertransport bei rund 20 Prozent. Das soll sich ändern. Foto: dpa

Osnabrück. Verkehrsminister Andreas Scheuer bekennt sich zum Verkehrsträger Bahn. Gut so, denn in Zeiten steigender Transportaufkommen muss vor allem der Schienengüterverkehr gestärkt werden. Allerdings stellt sich noch die Frage der Finanzierung.

Das dürften sie in der Konzernzentrale der Deutschen Bahn gerne hören: Verkehrsminister Scheuer legt ein Bekenntnis zur Schiene ab. Die Leit- und Sicherheitstechnik will der CSU-Mann erneuern und so die Voraussetzungen für enger getaktete Fahrpläne schaffen. Das klingt erfreulich. Weil aber auch die Haushälter ein Wörtchen mitzureden haben, wird Scheuer beim Thema Finanzierung schmallippig.

Tatsächlich sollten sich die Bahn-Oberen keine allzu großen Hoffnungen machen, wenn es um die künftigen Zuschüsse für den Erhalt des Schienennetzes geht. Die Kassenlage des Bundes ist derzeit zwar blendend, doch das wird nicht ewig so bleiben. Und bereits jetzt konkurriert Scheuers Ressort mit anderen Ministerien um Steuermilliarden. Soll der Wehretat weiter wachsen, rutscht die Infrastruktur auf der Prioritätenliste zwangsläufig nach hinten.

Dabei muss vor allem der Schienengüterverkehr dringend attraktiver gemacht werden, wenn die Bundesregierung bei steigendem Transportaufkommen ihre klima- und umweltpolitischen Ziele erreichen will. Die beschlossene Senkung der Trassenpreise kann nur ein Anfang sein. Der noch von Scheuers Vorgänger vorgestellte Masterplan Schienengüterverkehr sieht zig weitere Maßnahmen vor, die der Bund in dieser Legislaturperiode dringend umsetzen sollte.


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