Stärkster Rückgang seit 20 Jahren Sanktionen lassen Nordkoreas Konjunktur einbrechen

Von afp

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Der Personenkult um die verstorbenen nordkoreanischen Diktatoren Kim Il Sung (l) und Kim Jong-il (r)ist ungebrochen. Eingebrochen ist indes die Konjunktur. Foto: Wong Maye-E/dpaDer Personenkult um die verstorbenen nordkoreanischen Diktatoren Kim Il Sung (l) und Kim Jong-il (r)ist ungebrochen. Eingebrochen ist indes die Konjunktur. Foto: Wong Maye-E/dpa

Seoul. Die UN-Sanktionen gegen Nordkorea haben im vergangenen Jahr zum schlimmsten Konjunktureinbruch in dem isolierten Land seit 20 Jahren geführt: Laut Bericht der südkoreanischen Zentralbank schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 3,5 Prozent.

Dies sei ein „scharfer Kontrast“ zu dem Wachstum um 3,9 Prozent, das die nordkoreanische Wirtschaft 2016 noch erzielt hatte. Der UN-Sicherheitsrat hatte wegen Nordkoreas Atomprogramm 2017 harte Sanktionen verhängt: Er verbot den Export der wichtigsten Devisenbringer Kohle, Fisch und Textilien, um Pjöngjang den Zugang zu harter Währung zu versperren. Laut Zentralbankbericht brachen daraufhin die Umsätze der Bergbauindustrie um elf Prozent ein, die 2016 noch um 8,4 Prozent zugelegt hatten.

Widriges Wetter

Die Industrieproduktion sank um 6,9 Prozent, Landwirtschaft und Fischerei um 1,3 Prozent. Die Sanktionen gegen den Norden seien vergangenes Jahr „sehr viel schärfer“ gewesen, sagte ein Vertreter der Zentralbank am Freitag vor Journalisten in Seoul. Dazu sei auch schlechtes Wetter gekommen. Die Exporte seien so um rund 37 Prozent eingebrochen, auf einen Wert von 1,77 Milliarden Dollar (1,5 Milliarden Euro). Die Importe legten um 1,8 Prozent zu und erreichten 3,78 Milliarden Dollar. Der innerkoreanische Handel ging gar um 99,7 Prozent zurück und erreichte gerade einmal die Summe von 900.000 Dollar, nachdem der Süden im Februar 2016 den gemeinsamen Industriepark Kaesong im Grenzgebiet zwischen beiden Ländern aufgegeben hatte.

Keine Daten aus Pjöngjang

Nordkorea selbst veröffentlicht keine Daten zu seiner Wirtschaft. Berichte wie die der südkoreanischen Zentralbank, die auf begrenzten Informationen beruhen, sind daher nur sehr grobe Schätzungen. Laut der Zentralbank beträgt das BIP pro Kopf in Nordkorea 1,46 Millionen Won (868 Euro) - in Südkorea sei es 23 Mal höher. Der Norden der Halbinsel ist aufgrund der Bodenschätze eigentlich reicher als der Süden - doch jahrzehntelange Misswirtschaft und die seit dem Zerfall der Sowjetunion ausbleibende Unterstützung haben zum wirtschaftlichen Niedergang und zahlreichen Hungerkrisen geführt.

Handel mit China eingebrochen

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte zwar bei dem historischen Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump im Juni in Singapur die „vollständige Denuklearisierung“ seines Landes zugesagt. Ein Zeitplan wurde aber nicht genannt; die Sanktionen blieben in Kraft. Erst vergangene Woche warfen die USA Pjöngjang illegale Ölimporte vor und forderten im UN-Sicherheitsrat schärfere Sanktionen. Auch dieses Jahr sehe es daher schlecht aus für die Wirtschaft Nordkoreas, sagte ein weiterer Vertreter der südkoreanischen Zentralbank am Freitag. Dazu komme, dass auch der Handel mit China im ersten Halbjahr stark eingebrochen sei. Über den Verbündeten läuft 95 Prozent des nordkoreanischen Handels


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