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19.07.2018, 20:25 Uhr LUFTFAHRTBRANCHE

Ryanair: Schattenseite der Schleuderpreise

Kommentar von Manuel Glasfort

Beliebter Billigflieger: Die Ticketpreise bei der irischen Ryanair sind oft konkurrenzlos niedrig. Der Konzern spart auch am eigenen Personal. Foto: Andreas Arnold/dpaBeliebter Billigflieger: Die Ticketpreise bei der irischen Ryanair sind oft konkurrenzlos niedrig. Der Konzern spart auch am eigenen Personal. Foto: Andreas Arnold/dpa

Osnabrück. Für den Preis eines Pullovers von Deutschland nach Barcelona und zurück fliegen? Früher undenkbar, heute haben wir uns an solche Schleuderpreise gewöhnt. Das hat viel mit Michael O’Leary zu tun, den Chef des bekanntesten Billigfliegers Ryanair. Bei der Airline sollten sich manche Dinge grundlegend ändern.

Der „Aldi der Luftfahrtbranche“ (O-Ton O’Leary) spart an allen Ecken und Enden: Ryanair fliegt günstige Flughäfen an und bittet die Passagiere für alle Extra-Leistungen zur Kasse. Die Kunden nehmen die Eskapaden des Pfennigfuchsers hin, solange der Ticketpreis stimmt. Doch die Sparwut des Managements macht auch vor den eigenen Mitarbeitern nicht halt. Piloten berichten, sie müssten für ihre Verpflegung an Bord selbst bezahlen und sich selbst um ihre Unterkünfte kümmern. Es ist nur allzu verständlich, dass die Belegschaften diese Zustände nicht länger hinnehmen wollen und sich gemeinsam wehren. Man kann ihnen nur viel Glück wünschen, auch wenn es vielleicht etwas höhere Ticketpreise bedeutet.  

Schnelle Erfolge zeichnen sich allerdings nicht ab – angeblich fehlen den Ryanair-Managern sogar in erschreckendem Maß Kenntnisse des Sozialrechts. Eine Unternehmenskultur ändert sich nicht über Nacht.


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