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16.07.2018, 16:29 Uhr KOMMENTAR

Privatinsolvenz: Bestehende Möglichkeiten genügen

Kommentar von Stefanie Witte

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Osnabrück. Seit einigen Jahren überschulden sich immer mehr Menschen in Deutschland. Dies vor allem auf Konsumwahn und Verantwortungslosigkeit zu schieben greift aber zu kurz.

Meist sind es Bürger aus der Mittelschicht, die in die Schuldenfalle geraten, oft durch Schicksalsschläge wie Krankheit, Scheidung oder Jobverlust. Insofern ist es richtig, Betroffenen zu helfen. Aus dem Teufelskreis aus Schulden, Zinsen und Gebühren könnten sich viele Schuldner nicht allein befreien.

Seit einer Reform im Jahr 2014 können sie schon nach drei statt wie bislang nach sechs Jahren das Verfahren der Schuldenbefreiung durchlaufen. Jetzt beklagen Verbraucherschützer, dass es nur wenige Betroffene schaffen, diesen Prozess nach drei Jahren abzuschließen. Aber was ist die Alternative?

Es ist doch gerecht, dass Schuldner mindestens ein Drittel ihrer Verbindlichkeiten bezahlen müssen, um schon nach drei Jahren schuldenfrei zu sein. Wo soll der Schuldenschnitt denn sonst enden? Bei zwanzig Prozent? Fünfzehn? Irgendwann ist nicht mehr zu vermitteln, dass Gläubiger und Gesellschaft auf einem Großteil der Schulden sitzen bleiben. Für diejenigen, die den schnellen Weg schaffen, ist die Alternative hilfreich. Für die Übrigen bleibt immer noch das reguläre Verfahren.


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