Flugverspätungen Chaos am Himmel: Lotsen kritisieren Airlines und Flugsicherung

Von dpa

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Unter anderem Ryanair-Chef Michael O'Leary habe gemeinsam mit anderen Airlines wie der Lufthansa Druck bei der EU für niedrigere Flugsicherungsgebühren gemacht, kritisierte GdF-Chef Matthias Maas. Foto: dpa/Thomas FreyUnter anderem Ryanair-Chef Michael O'Leary habe gemeinsam mit anderen Airlines wie der Lufthansa Druck bei der EU für niedrigere Flugsicherungsgebühren gemacht, kritisierte GdF-Chef Matthias Maas. Foto: dpa/Thomas Frey

Frankfurt am Main. Falsche Planung bei der Flugsicherung und einseitige Lobby-Politik der Airlines hätten für Chaos gesorgt, so die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF).

Die deutschen Fluglotsen wollen nicht für die zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle in diesem Sommer verantwortlich gemacht werden. Gründe seien vielmehr eine falsche Personalplanung bei der bundeseigenen Flugsicherung sowie die einseitige Lobby-Politik der Fluggesellschaften in den vergangenen Jahren, erklärte die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) am Montag in Frankfurt. Die Talsohle der augenblicklichen Misere sei noch nicht erreicht und aus Sicht der GdF auch keinesfalls schnell zu lösen. 

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Namentlich Ryanair-Chef Michael O'Leary habe gemeinsam mit anderen Airlines wie der Lufthansa Druck bei der EU für niedrigere Flugsicherungsgebühren gemacht, kritisierte GdF-Chef Matthias Maas. Die Flugsicherungen hätten die Vorgaben aus Brüssel nur mit großen Personaleinsparungen und dem Verschieben wichtiger technischer Erneuerungen leisten können. Nun verlangten dieselben Lobbyisten auf einmal eine höhere Leistung, was nicht funktionieren könne: "Man kann nun mal nicht alles haben: Billiger fliegen, aber gleichzeitig einen besseren Service durch noch mehr Mitarbeiter und mehr Kapazität durch neue Flugsicherungssysteme erwarten."  

Der von den Airlines beklagte Fluglotsenmangel bestehe in Deutschland und europaweit, räumte Maas ein. Der bundeseigenen DFS hielt der Gewerkschafter vor, es in "fahrlässiger Weise" versäumt zu haben, die Ausbildungskapazitäten wieder zu steigern. Die Geschäftsführung habe mit Blick auf die Geschäftszahlen stets argumentiert, dass man teure personelle Überkapazitäten vermeiden müsse. Dies habe bei der GdF und fast allen Mitarbeitern für ungläubiges Kopfschütteln gesorgt, da es von der Anwerbung bis zum eigenständigen Arbeiten eines Fluglotsen zwischen drei und fünf Jahren brauche. Die Flugsicherung äußerte sich zunächst nicht.


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