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Studie sieht Handlungsbedarf Frauen in Top-Etagen kommunaler Firmen unterrepräsentiert

Von dpa

Eine Geschäftsfrau mit Aktenordner und Laptop telefoniert mit einem Smartphone. Foto: Patrick Pleul/IllustrationEine Geschäftsfrau mit Aktenordner und Laptop telefoniert mit einem Smartphone. Foto: Patrick Pleul/Illustration

Friedrichshafen. Die Führungsebene börsennotierter Unternehmen ist häufig eine Männerdomäne. Besser sieht es laut einer Untersuchung bei kommunalen Firmen aus - allerdings nicht überall.

Frauen haben in kommunalen Unternehmen größerer deutscher Städte einer Studie zufolge insgesamt häufiger Top-Positionen inne als in börsennotierten Firmen.

Nach einer Untersuchung der Zeppelin Universität Friedrichshafen lag der Anteil weiblicher Führungskräfte in diesem Frühjahr im Schnitt bei 18 Prozent.

„Einige Städte liefern positive Beispiele und bekommen es hin, andere nicht. Das hängt auch stark vom politischen Willen und der Tatkraft der Stadtspitze ab“, sagte Studienleiter Ulf Papenfuß der Deutschen Presse-Agentur.

Zum Vergleich: Bei 160 börsennotierten Firmen waren nach einer Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY zur Jahresmitte im Schnitt 7,8 Prozent aller Posten in der Chef-Etage mit Managerinnen besetzt.

Ausgewertet wurden 1529 öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke oder Krankenhäuser in 69 Städten. Verglichen wurden Stadtstaaten, Landeshauptstädte und die vier größten Kommunen je Bundesland.

Zwischen den Kommunen gibt es der Studie zufolge große Unterschiede. Allerdings sitzen in manchen Städte einzelne Managerinnen in mehreren Führungs-Gremien. In einigen Kommunen sind zudem deutlich weniger Top-Posten zu besetzen als in anderen. Es gehe nicht um einen „unreflektierten“ Vergleich von Prozentwerten im Sinne von „besser oder schlechter“, betonten die Autoren.

Insgesamt gibt es den Angaben zufolge bei den untersuchten Städten ein deutliches Gefälle zwischen Ost und West. Die östlichen Bundesländer (ohne Berlin) kommen zusammengerechnet auf einen Frauenanteil von 22,5 Prozent im Vorstand, der Geschäftsleitung oder Geschäftsführung kommunaler Unternehmen.

In den westlichen Bundesländern ohne die Stadtstaaten Hamburg und Bremen sind es 13,5 Prozent. „Eine Rolle dürften die unterschiedlichen Erwerbsbiografien spielen. Ebenso die Vereinbarkeit von Beruf und Familie“, sagte Papenfuß.

Besonders häufig sind Top-Managerinnen der Studie zufolge in den Bereichen Kultur, Gesundheit und Soziales sowie in Krankenhäusern zu finden. Deutlich geringer ist ihr Anteil zum Beispiel bei Stadtwerken oder im Bereich Verkehr, öffentlicher Personennahverkehr und Transport.

„Insgesamt zeigen die Zahlen, dass etwas getan werden muss, wenn man das politische Ziel ernst nimmt, Gleichberechtigung von Frauen und Männern zu fördern“, sagte Papenfuß. Er schlägt unter anderem vor, kommunale Unternehmen zu verpflichten, im Lagebericht als Teil des Jahresabschlusses über den Anteil von Frauen auf verschiedenen Führungsebenen zu informieren. Auch Zielgrößen für die Zukunft sollten dabei genannt werden.