Ein Bild von Nina Kallmeier
12.07.2018, 16:57 Uhr KOMMENTAR

Schlichtungsstelle: Nur die Spitze des Eisbergs

Kommentar von Nina Kallmeier

Die Anträge von Flugpassagieren haben um 45 Prozent zugenommen. Foto: Christoph Schmidt/dpaDie Anträge von Flugpassagieren haben um 45 Prozent zugenommen. Foto: Christoph Schmidt/dpa

Osnabrück. Im europäischen Luftverkehr ging zuletzt einiges drunter und drüber. Viele Fluggäste sind genervt von häufigen Verspätungen und Flugausfällen. Das spiegelt sich in der Zahl der Beschwerden wider. Ein Kommentar.

Doppelt so viele Flugausfälle, doppelt so viele Verspätungen – dass in einem solchen Jahr des Flugchaos auch die Zahl der Beschwerden sprunghaft ansteigt, liegt in der Natur der Sache. Dabei sind die deutlich gestiegenen Eingaben bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr lediglich die Spitze des Eisbergs. Sie lassen nur erahnen, wie hoch die Zahl der gütlich geregelten Beschwerden gewesen ist.

Passagiere sind nicht gewillt, Service-Einbußen hinzunehmen, und das ist auch gut so. Sie haben ein Recht auf ihre bezahlte Leistung. Ob Fluglotsen und Kabinenpersonal streiken oder der Flugplan aufgrund der Air-Berlin-Pleite durcheinandergebracht wird, ist für den Fluggast nebensächlich. Ihn interessiert, ob kundenorientiert geholfen wird – oder nicht.

Die Tatsache, dass sich der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) vor Beginn der Ferienzeit schon einmal pro forma entschuldigt und zugesichert hat, die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern, lässt in naher Zukunft nicht auf Besserung hoffen. Umso wichtiger ist es, dass die Schlichtungsstelle bei Bedarf eingeschaltet werden kann. Dies heißt jedoch auch: mit Maß und Ziel. Nicht jede nicht gewährte Zahlung der Airlines ist eine Pauschalabsage. Zu beobachten ist auch, dass die Hemmschwelle für Beschwerden sinkt.


Der Artikel zum Kommentar