Ernte fällt schlecht aus Futtermangel wegen Hitze: Kühe kommen teils früher zum Schlachter

Trockenheit: In Brandenburg brennt es auf einem Feld. Vielerorts verkümmert das Getreide in der Hitze. Foto: dpaTrockenheit: In Brandenburg brennt es auf einem Feld. Vielerorts verkümmert das Getreide in der Hitze. Foto: dpa

Osnabrück. Die lang anhaltende Hitze in diesem Sommer kommt auch Tierhalter teuer zu stehen. Gerade bei Milchbauern wird das Futter für die Kühe knapp. Einzelne Betriebe bringen deswegen Tiere früher zum Schlachter.

Das bisschen Regen der vergangenen zwei Tage hat an der Einschätzung des Landvolks nichts geändert: Die Ernte in Niedersachsen wird in diesem Jahr so schlecht ausfallen wie selten in den vergangenen 20 Jahren. Selbst für den Mais, der noch auf den Feldern steht, kommt der Regen wohl schon zu spät.

Weil das meiste Getreide im Futtertrog landet, sind Tierhalter besonders betroffen. Sie müssen im Zweifelsfall Futter zukaufen. Der Preis dafür, heißt es aus der Branche, sei zuletzt stark gestiegen. Auch das Gras auf den Weiden ist im kümmerlichen Zustand. Bio-Milchbauern trifft das alles doppelt: Sie dürfen nur einen gewissen Prozentsatz des Futters zukaufen.

Futter wird immer teurer

Von den Problemen sind Milchbauern in ganz Norddeutschland und darüber hinaus betroffen. Tage Hansen, Chef des Landwirtschaftlichen Hauptvereins für Nordschleswig in Dänemark, etwa sagt: „Wir haben wenig Futter, das immer teurer wird. Den Weidetieren muss bei den vertrockneten Koppeln zugefüttert werden.“ Das hat Konsequenzen: Dänische Bauern berichten, dass sie ihre Herden verkleinert, sprich: Kühe zum Schlachter gebracht haben. Ähnliches melden auch Landwirte in den besonders Hitze-geplagten Regionen in Deutschland.

"So extrem war es noch nie"

Raimund Punke, Chef des Kreisbauernverbandes Salzwedel, etwa sagte der Zeitung „Volksstimme“: „Ich habe schon viel erlebt und kann mich nicht erinnern, dass es schon einmal so extrem gewesen ist.“ Auch er erwägt, einzelne Tiere zum Schlachter zu bringen. Weniger Kühe bedeuten weniger hungrige Mäuler. „In Niedersachsen wird das wohl nicht im großen Stil passieren. Aber in Einzelfällen kann die Ausnahmesituation dazu führen, dass Bestände reduziert werden“, sagt Gabi von der Brelie, Sprecherin beim Landvolk Niedersachsen.

Übrigens: Vor fast genau einem Jahr plagte die Landwirte hierzulande ein ganz anderes Problem: Statt in der Sommersonne zu verkümmern, soff die Ernte damals aufgrund anhaltender Regenfälle regelrecht ab.


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