Firmenporträt MBN aus Georgsmarienhütte: Bauwerke für prominente Auftraggeber

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mey Georgsmarienhütte. In ihren Bauwerken arbeiten Flugzeugbauer, Botschafter und sogar der Bundespräsident. Dennoch gibt sich die MBN Bau AG aus Georgsmarienhütte bescheiden.

Hinter den drei Großbuchstaben MBN steht ein Bauunternehmen in Form einer Aktiengesellschaft. Die Anteile verteilen sich zu je 20 Prozent auf fünf Aktionärsstämme. „Es sind entweder Familien von Gründern oder von Personen, die im Laufe der Jahre operativ in Führungspositionen waren“, erklärt Vorstandssprecher Jens Böhm. Sein Kollege Torben Stumpe gehört einer dieser Familien an, dritter MBN-Vorstand ist Rolf Römer.

Im Gespräch mit unserer Redaktion über das von ihm geleitete Unternehmen legt Böhm Wert auf Beschreibungen wie mittelständisch, inhabergeführt und dienstleistungsorientiert. Die für 2018 erwartete Gesamtleistung von 270 Millionen Euro wäre ein Rekord, den er aber nicht hochjubeln will. „Wir schauen positiv, aber nicht euphorisch in die Zukunft“, sagt er.

Mehr als 500 Mitarbeiter

Die 1969 in Osnabrück gegründete und seit 1973 in Georgsmarienhütte ansässige MBN Bau AG sieht im schlüsselfertigen Hochbau ihre Kernkompetenz. Inzwischen hat sie mehr als 500 Beschäftigte, davon etwa 200 am Firmensitz. Bundesweit ist MBN an zwölf Standorten vertreten, der südlichste ist Bonn. Auslandsniederlassungen gibt es in Polen, Bulgarien und Lettland.

Im Gegensatz zu den nüchternen Daten stehen manche Bauprojekte von MBN. Dazu gehört die neue deutsche Botschaft in Stockholm, die im August fertig sein soll. Im Botschaftsbau hat das Unternehmen eine bis 1981 zurückreichende Erfahrung. Damals vollendete MBN in Kairo die bundesdeutsche diplomatische Vertretung nach einer Pleite der zuvor beauftragten Firma. Dass das Berliner Schloss Bellevue als Sitz des Bundespräsidenten in heutiger Pracht erstrahlt, verdankt es einer Sanierung, bei der MBN die Rohbauarbeiten übernommen hatte. Auch an der Sanierung des Bode-Museums und des Zeughauses in Berlin-Mitte beteiligte sich das Unternehmen aus Georgsmarienhütte.

Leuchtturmprojekt Hundertwasserhaus

Ein Leuchtturmprojekt vollendete MBN 2005 in Magdeburg: Nach Plänen des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser entstand dort in Sichtweite des Domes die „Grüne Zitadelle“, die eine Touristenattraktion geworden ist. Darin befinden sich Geschäfte, Wohnungen und ein Hotel.

Das übliche Geschäft bei MBN aber ist vor allem vom Wohnungs- und Wirtschaftsbau getragen. Gefragt nach dem aktuell größten Projekt, verweist Vorstandssprecher Böhm auf den Berliner Bezirk Lichtenberg, wo derzeit eine zehngeschossige Wohnanlage mit  687 Mietwohnungen sowie Gewerbeeinheiten und eine Kindertagesstätte entsteht. Das Vorhaben soll 2019 abgeschlossen sein.

Seit vielen Jahren Partner von Airbus

Bei der Errichtung von Produktionshallen für Industriekonzerne wie Volkswagen, Daimler oder Airbus spielt die MBN-Tochter Rheiner Stahlbau eine wichtige Rolle. Am Standort der A320-Endmontage in Hamburg-Finkenwerder errichtet MBN seit vielen Jahren Gebäude für Airbus. Die neue Konzernzentrale für den Gabelstaplerhersteller Jungheinrich in der Hansestadt baute ebenfalls das Unternehmen aus dem Osnabrücker Land – genauso wie die mehr als einen halben Kilometer lange Karosseriehalle zur Produktion des VW-Passat in Emden oder das VW-Crafter-Werk im polnischen Wrzesnia nahe Posen.

Der Abschluss dieses zuletzt genannte Großprojekt für Volkswagen 2015 war laut Böhm der Hauptgrund dafür, dass die Gesamtleistung bei MBN im Folgejahr um nahezu ein Fünftel zurückging. Der Gewinn sank 2016 gegenüber dem Vorjahr um rund 500 000 auf 1,2 Millionen Euro. Die genannten Rückgänge seien infolge neuer Aufträge aber inzwischen kompensiert, erklärte Jens Böhm. 2017 sei die Gesamtleistung von zuvor 185 Millionen auf 220 Millionen Euro gestiegen. Der Jahresüberschuss habe sich ebenfalls erhöht. „Auch das Ergebnis stabilisiert sich auf dem Niveau von 2015“, präzisierte Böhm. Die Auftragsbücher für 2018 und 2019 seien gut gefüllt.


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