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27.06.2018, 18:10 Uhr BGH-ENTSCHEIDUNG

Auslaufmodell Lebensversicherung

Kommentar von Manuel Glasfort

Die Lebensversicherung ist einer der Vorsorgeklassiker der Deutschen. Doch in der Niedrigzinsphase wirft sie immer weniger ab. Foto: dpaDie Lebensversicherung ist einer der Vorsorgeklassiker der Deutschen. Doch in der Niedrigzinsphase wirft sie immer weniger ab. Foto: dpa

Osnabrück. Zerstört die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank einen Vorsorgeklassiker der Deutschen? Hat die klassische Lebensversicherung ausgedient? Die jüngsten Signale geben jedenfalls wenig Anlass zur Hoffnung.

Der Bundesgerichtshof hat es bestätigt: Oberstes Ziel der Versicherer muss sein, alle Garantiezusagen dauerhaft einhalten zu können. Die Renditeinteressen von Altkunden müssen im Zweifelsfall dahinter zurückstehen. Mehr noch als das höchstrichterliche Urteil zur Verwendung der Bewertungsreserven lässt eine andere Nachricht aufhorchen: 34 von 87 Lebensversicherern stehen unter intensiver Beobachtung der Finanzaufsicht. Sie könnten mittel- bis langfristig in finanzielle Schwierigkeiten geraten, hieß es.

Zur Panik besteht kein Grund, denn der Gesetzgeber hat die Versicherungen zu Vorkehrungen wie der Zinszusatzreserve gezwungen. Trotzdem wird es Zeit, sich von der klassischen Lebensversicherung zu verabschieden. Wer heute jung ist und eine Police mit Zinsgarantie abschließt, erhält eine magere Rendite von 2 bis 3 Prozent, wenig mehr als die Inflation. Darauf lässt sich keine Altersvorsorge aufbauen.

Die gute Nachricht: Es gibt brauchbare Alternativen zur Lebensversicherung, zum Beispiel Fondssparpläne.


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