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27.06.2018, 05:05 Uhr KOMMENTAR ZU EU-AGRARSUBVENTIONEN

Fördergeld: Der Hebel für die Landwirtschaft der Zukunft

Kommentar von Dirk Fisser

Ernte in Brandenburg. Foto: dpaErnte in Brandenburg. Foto: dpa

Osnabrück. Die EU-Agrarsubventionen werden das bestimmende Thema des Bauerntages in Wiesbaden. Dazu ein Kommentar.

Wenn der Brexit etwas Gutes gebracht hat, dann die Tatsache, dass alle Ausgabenposten der EU auf den Prüfstand kommen. Alles wird hinterfragt, also auch der mächtige Agrarhaushalt. Der Bauernverband sollte seinen Mitgliedern nichts vormachen: Angesichts von Sparzwängen und neuen Herausforderungen wird ab 2020 ganz sicher weniger Geld für die Landwirte zur Verfügung stehen.

Und doch bleiben die Subventionen ein entscheidender Hebel, um die Lebensmittelproduktion in Deutschland und Europa umzugestalten. Das erklärt auch die Heftigkeit der Auseinandersetzung zwischen Agrarlobby und ihren Gegnern in diesem Punkt. Mehr Wachstum? Mehr Umweltschutz? Mehr Tierwohl? Das alles lässt sich durch finanzielle Anreize steuern. Gerade beim letzten Punkt ist vollkommen unverständlich, dass Rind, Schwein und Huhn bislang überhaupt keine Rolle bei den Agrargeldern spielen. Das muss sich ändern, gute Tierhaltung gehört gefördert. Überholt scheint auch die reine Fokussierung auf die bewirtschaftete Fläche: Viel sollte nicht der bekommen, der viel hat, sondern derjenige, der es gut macht.

So weit, so einfach. Am Ende geht es immer darum, in wie weit sich die Gesellschaft durch die Subventionen ein Mitspracherecht an den Produktionsmethoden auf dem Acker oder gegebenenfalls im Stall erkauft. Und für den Bauern um die Frage, ob er noch Herr auf dem eigenen Hof ist oder zumindest gefühlt doch schon Leibeigener eines Bürokratieapparats.


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