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22.06.2018, 17:46 Uhr EU-AUSTRITT RÜCKT NÄHER

Eine Zeitbombe namens Brexit

Kommentar von Manuel Glasfort

Brexit-Gegner protestieren vor dem britischen Parlament. Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU rückt derweil immer näher. Foto: dpa/Rob PinneyBrexit-Gegner protestieren vor dem britischen Parlament. Der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU rückt derweil immer näher. Foto: dpa/Rob Pinney

Osnabrück. Der eskalierende Handelsstreit mit den USA sowie der innerdeutsche und europäische Zoff beim Thema Migration hatten es fast vergessen gemacht: Im Hintergrund tickt eine Zeitbombe namens Brexit. Im März 2019 endet die britische EU-Mitgliedschaft. Bis dahin müssen Brüssel und London ein umfassendes Abkommen ausgehandelt haben, andernfalls wird es wirklich ungemütlich – für beide Seiten.

Diesen simplen Fakt hat Airbus nun in Erinnerung gerufen. Falls Großbritannien den „harten Brexit“ wählt, könnte der Flugzeugbauer gezwungen sein, sich aus dem Land zurückzuziehen. Nachrichten wie diese lösen bei manchem auf dem Festland Schadenfreude aus. „Das haben die Briten jetzt davon“, denken sie.  

Für Häme besteht aber kein Anlass, erst recht nicht aus deutscher Sicht. Denn ein ungeregelter EU-Austritt würde vor allem die hiesigen Unternehmen hart treffen. Großbritannien ist mit einem Volumen von mehr als 84 Milliarden Euro ihr fünftgrößter Exportmarkt. Es wäre daher katastrophal, wenn dieser Absatzmarkt einbräche.

In dieser Lage sollte Berlin sich für eine Lösung starkmachen, die für alle Seiten akzeptabel ist. Das wäre auch ein starkes Signal an Donald Trump, der dabei ist, die globale Handelsordnung zu zertrümmern. Leider ist die Große Koalition in Berlin mehr damit beschäftigt, sich selbst zu zerlegen.


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