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21.06.2018, 18:33 Uhr ZOLLSTREIT TRIFFT AUTOBAUER

Daimler senkt Prognose: Es wird eng

Kommentar von Manuel Glasfort

Daimlers Stern verliert an Glanz angesichts des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Foto: dpaDaimlers Stern verliert an Glanz angesichts des eskalierenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Foto: dpa

Osnabrück. Der eskalierende Handelsstreit zwischen China und den USA bedroht auch den deutschen Wohlstand. Daimlers Gewinnwarnung ist dafür nicht das erste, aber das bisher deutlichste Anzeichen.

Ebenso wie die Stuttgarter produziert auch BMW in den USA Fahrzeuge, die nach China verschifft werden. So droht eine deutsche Schlüsselindustrie unter die Räder zu geraten, wenn die alte und die neue Supermacht sich gegenseitig mit Zöllen überziehen. Die Exportstärke der deutschen Industrie wird zu ihrer Achillesferse.

BMW hat schon vor einiger Zeit reagiert und will zumindest die X3-Modelle für China künftig vor Ort produzieren, statt sie aus den USA zu importieren. Doch der Spielraum der Autobauer ist begrenzt. Sie müssen ihre Fertigung langfristig planen und können sie nicht allein von den Launen eines flatterhaften US-Präsidenten abhängig machen.

Die beruhigende Nachricht für Daimler-Mitarbeiter und -Aktionäre: Die Konzernführung trifft in dieser Sache keine Schuld. Ganz anders sieht das schon bei den Kosten für den Rückruf Hunderttausender Dieselfahrzeuge in Europa aus. Hier sind die Schwierigkeiten hausgemacht, und es ist nicht ausgeschlossen, dass Daimler noch tiefer in den Dieselskandal hineingezogen wird. Für Konzernchef Dieter Zetsche könnte es dann eng werden – allen bisherigen Erfolgen zum Trotz.


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