EBIT-Prognose für 2018 gesenkt Handelskrieg USA-China trifft Autobauer Daimler

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Arbeiter am Montageband des deutschen Autoherstellers Daimler in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Hier werden traditionell die SUV von Daimler gefertigt. Foto: dpaArbeiter am Montageband des deutschen Autoherstellers Daimler in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. Hier werden traditionell die SUV von Daimler gefertigt. Foto: dpa

Stuttgart. Der von US-Präsident Donald Trump entfachte Handelskonflikt mit China trübt die Gewinnaussichten beim deutschen Autobauer Daimler für 2018.

„Wegen aktueller Entwicklungen“, so teilte die Daimler AG am späten Mittwochabend in Stuttgart mit, habe der Konzern „eine Neueinschätzung des Ergebnispotentials für das Geschäftsjahr 2018 vorgenommen“. Jetzt werde ein Konzernergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) „leicht unter Vorjahresniveau“ erwartet. Bisher hatte das Unternehmen kommuniziert, das EBIT  werde den Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Euro leicht übertreffen.

Maßgeblich für die gesenkte Prognose sei, dass bei der Sparte Mercedes-Benz Cars wegen der erhöhten Einfuhrtarife für US-Fahrzeuge in den chinesischen Markt von geringeren als bisher erwarteten SUV-Absätzen sowie höheren – nicht vollständig an die Kunden weiterzugebenden - Kosten auszugehen sei. 

SUV des Konzerns traditionell aus Alabama

SUV sind Geländelimousinen, die den Nutzwert eines Geländefahrzeugs mit dem Komfort einer Limousine verbinden. Der traditionelle Standort der SUV-Fertigung im weltweiten Produktionsnetzwerk von Mercedes-Benz Cars ist Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama. 

Nachdem US-Präsident Trump vorige Woche neue Strafzölle von 25 Prozent auf über 1100 chinesische Waren und Produktgruppen verhängt hatte, kündigte die Regierung in Peking unmittelbar Gegenmaßnahmen in ähnlichem Umfang an. In beiden Fällen geht es um ein Volumen von 50 Milliarden Dollar. Auf der Liste der Volksrepublik mit Strafzöllen für US-Güter stehen auch Autos. 

Auch Diesel-Rückruf drückt aufs Ergebnis

Ebenfalls in der vorigen Woche hatte der Rückruf von europaweit 774.000 Mercedes-Modellen mit Dieselmotoren wegen des behördlichen Vorwurfs unerlaubter Abschalteinrichtungen für Schlagzeilen gesorgt. In Deutschland sind davon allein 238 000 Fahrzeuge betroffen, darunter Modelle des Transporters Vito. Auch wegen des Rückrufs von Dieselfahrzeugen geht Daimler inzwischen davon aus, dass das EBIT in der Sparte Mercedes-Benz Vans „deutlich unter Vorjahresniveau“ liegen wird.


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