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19.06.2018, 18:09 Uhr KOMMENTAR

Neue Chancen für Dr. Oetker

Kommentar von Nina Kallmeier

Die Kapazität der Oetker-Tochter Coppenrath & Wiese wird aktuell erweitert. Mit dem Bereich Nahrungsmittel wächst Dr. Oetker weiter. Foto: Coppenrath & WieseDie Kapazität der Oetker-Tochter Coppenrath & Wiese wird aktuell erweitert. Mit dem Bereich Nahrungsmittel wächst Dr. Oetker weiter. Foto: Coppenrath & Wiese

Osnabrück. „Noch ganz ordentlich“ hat die Dr. August Oetker KG laut Gesellschafter Albert Christmann das zurückliegende Geschäftsjahr abgeschlossen. Geprägt wurde es unter anderem durch die Trennung vom Reedereigeschäft. Ein Kommentar.

Als Jahr des Umbruchs haben die Verantwortlichen bei Dr. Oetker das aktuelle Geschäftsjahr treffend beschrieben. Denn mit dem Verkauf des Reedereigeschäfts geht auch ein Stück Unternehmensgeschichte zu Ende. Doch statt wehmütig auf das zu schauen, was war, richtet sich der Blick der Unternehmensgruppe nach vorne: Weitere Übernahmen sind geplant, um die Gruppe in ihrem jetzigen Schwerpunkt auf Nahrungsmittel, Bier, Spirituosen und alkoholfreie Getränke zu stärken und auszubauen. In die Produktionserweiterung der Tochter Coppenrath & Wiese werden 80 Millionen Euro investiert. „Back to the roots“, könnte das Motto lauten, denn mit Backpulver wurde der Grundstein für den heute international agierenden Oetker-Konzern gelegt.

Die Konzentration auf Lebensmittel bietet die Chance, sich in dem Markt, in dem der Name Dr. Oetker bereits viel Schlagkraft besitzt, zukunftsfähig aufzustellen – auch außerhalb des Kernabsatzgebietes. Die aktuell noch von den Kartellbehörden zu genehmigenden Zukäufe geben die Richtung vor. Es ist keine Frage ob, sondern wann die nächste Übernahme verkündet wird – die Kassen sind gut gefüllt.

Die Marktmacht könnte für die Bielefelder Unternehmensgruppe jedoch auch zum Problem werden. Denn je größer Dr. Oetker wird, desto genauer werden die Kartellbehörden hinschauen. 


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