Weitere Übernahmen geplant Dr. Oetker: Ohne Schifffahrt auf Expansionskurs

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Das laufende Geschäftsjahr der Dr.-Oetker-Gruppe wird zum ersten Mal ohne die Umsätze aus dem Reedereigeschäft auskommen müssen. Die Zahlen werden sich fast halbieren, sagte Oetker-Gesellschafter Albert Christmann bei der Vorstellung der Konzernzahlen. Foto: Oliver Krato/dpaDas laufende Geschäftsjahr der Dr.-Oetker-Gruppe wird zum ersten Mal ohne die Umsätze aus dem Reedereigeschäft auskommen müssen. Die Zahlen werden sich fast halbieren, sagte Oetker-Gesellschafter Albert Christmann bei der Vorstellung der Konzernzahlen. Foto: Oliver Krato/dpa

Bielefeld. „Noch ganz ordentlich“ hat die Dr. August Oetker KG laut Gesellschafter Albert Christmann das zurückliegende Geschäftsjahr abgeschlossen. Geprägt wurde es unter anderem durch die Trennung vom Reedereigeschäft.

Als wichtige und richtige Entscheidung hat Dr.-Oetker-Gesellschafter Albert Christmann am Dienstag beim Bilanzgespräch die Entscheidung bezeichnet, sich nach 80 Jahren vom Reedereigeschäft zu trennen. Auch wenn sich aufgrund dessen der Umsatz der Bielefelder Unternehmensgruppe im laufenden Geschäftsjahr fast halbieren wird. „Wir sind sehr zuversichtlich, in absehbarer Zeit durch organisches und akquisitionsbedingtes Wachstum das Umsatzvolumen des Jahres 2017 wieder zu erreichen“, stellte Heino Schmidt, der in der Gruppenleitung den Bereich Finanzen verantwortet, in Aussicht. Erste Projekte wurden bereits unter anderem mit der Übernahme der französischen Backartikel- und Dessert-Marke Alsa oder dem Erwerb der Mehrheit am spanischen Cava-Haus Freixenet angestoßen. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht jeweils noch aus. Und auch weitere Übernahmen sind geplant.

Nahrungsmittel wird zum größten Geschäftsbereich

Mit dem Wegfall des Reedereigeschäfts wird der Bereich Nahrungsmittel nicht nur mit 15 733 der insgesamt 33 875 Angestellten die meisten Mitarbeiter beschäftigen, er wird ebenfalls der umsatzstärkste Bereich der Dr.-Oetker-Gruppe. Dazu trägt auch Coppenrath & Wiese mit Sitz in Osnabrück bei. 500 Millionen Euro Umsatz preilte die Geschäftsleitung jüngst an, im August wird die erweiterte Produktion in Betrieb gehen. „Wir gehen davon aus, dass wir mit unseren neuen Produkten den Umsatz bei Coppenrath & Wiese weiter steigern können“, ist Oetker-Gesellschafter Christmann überzeugt. Die Akquise von „Chateau Gateau“ in Südafrika, ebenfalls ein Spezialist für Tiefkühltorten, habe auf das Geschäft des Osnabrücker Unternehmens keinen Einfluss, versicherte Christmann. „Man könnte überlegen, ob das Endkundengeschäft nicht wie in Südafrika auch hier von Relevanz sein kann.“ Für einen solchen Schritt müsse jedoch die Zeit reif sein. Zukunftsthemen sah Christmann für die Gruppe als ganze in den Bereichen Gesundheit, Snacking, Sharing, dem Außer-Haus-Verzehr und digitalen Geschäftsmodellen.

Umsatz liegt bei 11,6 Milliarden Euro

Insgesamt belief sich der Umsatz im Geschäftsbereich Nahrungsmittel, der die Unternehmen Dr. Oetker Nahrungsmittel, Coppenrath & Wiese sowie die Martin Braun Gruppe umfasst, 2017 auf 3,1 Milliarden Euro, im Bereich Bier und alkoholfreie Getränke waren es 1,9 Milliarden, Sekt, Wein und Spirituosen trugen 523 Millionen Euro zum Gesamtumsatz in Höhe von 11,6 Milliarden Euro bei. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatz damit leicht gesunken. Neben dem Reedereigeschäft, welches nur bis November im Konzernabschluss berücksichtigt werden konnte, wirkten sich vor allem Wechselkurseffekte negativ aus, so Schmidt. Aber auch die Kostensteigerung bei Rohstoffen im Bereich Nahrungsmittel schlug mit 100 Millionen Euro zu Buche. Der Heimatmarkt Deutschland machte rund 33,4 Prozent des Umsatzes aus, die restlichen EU-Staaten hatten einen Anteil von 24,1 Prozent.

Guter Start ins Geschäftsjahr 2018

Als Jahr des Umbruchs bezeichnete Heino Schmidt das aktuelle Geschäftsjahr für Dr. Oetker. Gestartet sei man gut – auch wenn Wechselkurseffekte weiter Sorge bereiteten, so Christmann. „Wäre das Geschäftsjahr jetzt zu Ende, hätten wir ein vernünftiges Wachstum. Wir müssen jedoch das Ende des Jahres abwarten“, war der Gesellschafter vorsichtig optimistisch. Für den Bereich Bier und alkoholfreie Getränke wollte Niels Lorenz noch nicht von einem WM-Effekt sprechen. „Die WM schadet den Umsätzen nicht. Es gibt jedoch viele andere Einflussfaktoren wie das Wetter.“


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