Kupferverarbeiter vor Übernahme KME will Rivalen MKM aus Sachsen-Anhalt schlucken

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Die KME-Zentrale in Osnabrück. Foto: Michael GründelDie KME-Zentrale in Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. KME will seinen Konkurrenten MKM aus Sachsen-Anhalt schlucken. Der Osnabrücker Kupferverarbeiter habe die Übernahme bei den EU-Wettbewerbsbehörden beantragt, teilte MKM mit. Wahrscheinlich werde innerhalb kurzer Zeit ein Kaufvertrag abgeschlossen. Unklar ist, ob der geplante Zukauf Folgen für die KME-Mitarbeiter in Osnabrück hat. Bei dem Unternehmen war am Freitag niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Das Traditionsunternehmen MKM beschäftigt an seinem Sitz in Hettstedt mehr als 1200 Mitarbeiter und kam 2016 auf einen Jahresumsatz von rund 900 Millionen Euro. Die Firma gehört seit 2013 dem Londoner Investor Ian Hannam, der kräftig in die Modernisierung des Standortes investiert hat. Nach Informationen der „Mitteldeutschen Zeitung“ ist kein größerer Stellenabbau in Hettstedt geplant. „Es geht darum, weiter gemeinsam zu wachsen und dabei die Ertragskraft deutlich zu steigern“, sagte MKM-Chef Roland Harings laut Mitteilung.

„Kompetenzen bündeln“

In den Wachstumsmärkten wie E-Mobilität, Erneuerbare Energien oder Energieverteilsysteme wolle man ein starker und globaler Partner für die Kunden zu sein. Beim Zusammengehen der beiden Firmen komme es darauf an, Forschungs- und Entwicklungskompetenzen zu bündeln, hieß es weiter.

Die KME-Gruppe ist deutlich größer als ihr bisheriger Rivale, sie betreibt weltweit 15 Werke und beschäftigte zuletzt gut 3700 Mitarbeiter, davon rund 2000 am Firmensitz in Osnabrück. Ihr Umsatz lag 2016 bei rund 1,7 Milliarden Euro, wie aus dem Jahresbericht der Eigentümer, der italienischen Intek Group, hervorgeht.

KME wieder in der Gewinnzone

Hinter KME liegen schwierige Jahre, die mit Stellenabbau in Osnabrück einhergingen. Doch die Umstrukturierung scheint Früchte zu tragen. Nach mehreren Verlustjahren fuhr KME im ersten Halbjahr 2017 wieder einen kleinen Nettogewinn von 3,8 Millionen Euro ein. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Verlust von 29,3 Millionen Euro zu Buche.


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