Deka-Chefvolkswirt zu EZB-Politik Kater: Spargelder verlieren weiter an Kaufkraft

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Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Foto: David EbenerDeka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. Foto: David Ebener

Osnabrück. Nach der jüngsten Sitzung des EZB-Rates stimmt Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater die Sparer auf eine weitere Durststrecke ein. „Ehe die erste Zinserhöhung auf dem Sparbuch ankommt, werden noch mindestens zwei Jahre vergehen“, sagte Kater am Donnerstag im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zuvor hatte die Europäische Zentralbank angekündigt, ihre Anleihekäufe zum Jahreswechsel beenden zu wollen. Den Leitzins beließen die Währungshüter auf dem Rekordtief von null Prozent und kündigten an, frühestens im Sommer 2019 an der Zinsschraube drehen zu wollen. Nach Katers Einschätzung werden Sparer sich aber noch länger gedulden müssen. „Denn die erste Zinserhöhung im kommenden Jahr wird nur den Einlagenzins betreffen, den die Banken an die EZB bezahlen. Für die Sparer heißt das, dass auf absehbare Zeit Spareinlagen weiter an Kaufkraft verlieren werden.“

Gerade in Deutschland gibt es immer wieder Kritik an der ultralockeren Geldpolitik der EZB und Forderungen nach einer raschen Zinswende. Kater wendet ein: „Angesichts der Inflationserwartungen kann man der EZB hier nichts vorwerfen. Es gibt starke Parallelen zu dem, was in Amerika vor drei Jahren geschehen ist: Es wird eine sehr, sehr lang gestreckte Zinswende.“


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