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14.06.2018, 15:20 Uhr KOMMENTAR

Gerry Weber: Strategie muss Wirkung zeigen

Kommentar von Nina Kallmeier

Der Modekonzern Gerry Weber kommt nicht aus der Krise. Foto: dpaDer Modekonzern Gerry Weber kommt nicht aus der Krise. Foto: dpa

Halle/Osnabrück. Gerry Weber kommt aus der Abwärtsspirale nicht heraus. Nach den Ergebnissen des ersten Halbjahres korrigiert der Haller Modekonzern seine Umsatz- und Gewinnerwartungen deutlich nach unten. Außerdem sollen in der Zentrale und der Logistik in den nächsten zwei Jahren bis zu 150 Stellen abgebaut werden. Ein Kommentar.

Nach der WM ist vor der WM, heißt es im Fußball. Beim Haller Mode-Label Gerry Weber ist derzeit nach dem Performance-Programm vor dem nächsten. Der Traditionskonzern schafft die Kehrtwende nicht, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Wenn auch das nun verkündete Programm nicht greift, dürfte es in Halle fünf vor 12 sein.

Der nun verkündete Maßnahmenkatalog überrascht nicht, er liest sich eher wie ein Nachhilfeprogramm: Digitalisierung vorantreiben, Kosten einsparen, schneller und flexibler werden, die Kundin in den Mittelpunkt stellen. Die Liste zeigt: Gerry Weber hat mit seinen Kernmarken die Zeitenwende im Textilgeschäft schlicht verschlafen und den Draht zum Modegeschmack der Kundschaft von heute verloren. Zu lange haben die Verantwortlichen auf altbekannte Muster gesetzt und zu Hochzeiten zu arg expandiert. Mit den Auswirkungen kämpft Gerry Weber nun seit Jahren, ohne abschließend das richtige Mittel gefunden zu haben.

Dabei zeigt der Zukauf von Hallhuber, dass es auch anders geht – mit Umsatzplus und schwarzen Zahlen. Hier kupfert man nun ab, gleicht Konzepte ein Stück weit an. Ob das reicht, um auch bei den Kernmarken Impulse zu setzen, wird sich Ende des Jahres zeigen. Wenn die neuen Ziele erreicht – oder erneut nach unten korrigiert werden müssen.


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