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13.06.2018, 19:00 Uhr ABGASSKANDAL

VW-Bußgeld: Späte Reue

Kommentar von Manuel Glasfort

Was kommt hinten raus? Bei der Abgasreinigung hatte VW getrickst - und muss nun eine saftige Strafe zahlen. Foto: dpaWas kommt hinten raus? Bei der Abgasreinigung hatte VW getrickst - und muss nun eine saftige Strafe zahlen. Foto: dpa

Osnabrück. Es ist eine Entscheidung mit Signalwirkung: Autokonzerne, die bei den Abgasvorschriften tricksen, werden auch in Deutschland zur Kasse gebeten. Die eine Milliarde Euro Bußgeld, zu der die Staatsanwaltschaft Braunschweig Volkswagen nun verdonnert hat, zahlt auch der weltgrößte Autobauer nicht aus der Portokasse.

Gut so. Denn angesichts immer neuer Verdachtsfälle kamen Zweifel auf, ob die deutschen Autohersteller irgendetwas aus dem Abgasskandal gelernt haben. Zuletzt musste Daimler seine Autos zurück in die Werkstätten beordern. Anders als Volkswagen kam Daimler bisher allerdings ohne Bußgeld davon.  

Die Milliardenstrafe gegen Volkswagen dürfte bei betroffenen Käufern Genugtuung auslösen, aber kein Triumphgeheul. Denn nicht ihnen fließt das Geld zu. Die Milliarde geht an das Land Niedersachsen – das selbst rund zwölf Prozent am VW-Konzern hält. Bizarr.

 Der Konzern gibt sich reumütig und verzichtet auf Rechtsmittel. Man bekenne sich zu seiner Verantwortung, hieß es. Das kommt allerdings etwas spät. Volkswagen erhofft sich einen Befreiungsschlag, doch das ist nicht garantiert. Denn es laufen noch weitere Verfahren. Anlegerklagen und strafrechtliche Ermittlungen gegen frühere Manager könnten noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.


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