IT-Messe in Hannover Cebit startet: Zwischen Tauchdrohnen und Elektroautos

Von Lars Laue

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Sarah Wieners und Christopher Wetzel, beide wissenschaftliche Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft, stehen neben einem autonomen Unterwasserfahrzeug, mit dem der Meeresboden kartiert werden kann. Foto: dpaSarah Wieners und Christopher Wetzel, beide wissenschaftliche Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft, stehen neben einem autonomen Unterwasserfahrzeug, mit dem der Meeresboden kartiert werden kann. Foto: dpa

Hannover. Ob Elektroflitzer, vollautomatische Tauchdrohnen, eine Papierwürfel-Maschine oder eine App, die Kinder für Informatik begeistern soll: Die erneuerte Cebit erfrischt mit ihren Ideen. Auf der IT-Messe in Hannover zeigen mehr als 2500 Aussteller aus 70 Ländern noch bis Freitag ihre neuesten digitalen Entwicklungen.

Wer mit einem kleinen Elektroauto an der Ampel mal einen Porschefahrer ärgern möchte, der kann sich auf der gestern eröffneten IT-Messe Cebit in Hannover schlau machen, wie das geht. Am Stand der Firma e.GO Mobile aus Aachen stellt Geschäftsführer Günther Schuh den Elektro-Stadtflitzer Mobile Life vor, der im Herbst dieses Jahres erstmals ausgeliefert werden soll. „Elektromobilität ist nicht mehr teuer und macht Spaß“, fasst der 2,03 Meter große e.Go-Chef seine Präsentation zusammen und freut sich, dass selbst große Menschen wie er in dem kleinen E-Auto bequem Platz fänden.

Um Mobilität auf und unter Wasser geht es am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft – allerdings nicht zur Personenbeförderung, sondern zu Forschungszwecken. Bisher sind große und teure Expeditionsschiffe nötig, um die Tiefsee zu erforschen. Das rund 25-köpfige Team Arggonauts verfolgt den Ansatz, in einigen Jahren die Tiefsee-Erforschung in einem größeren Maßstab für kleinere, spezialisierte Unternehmen bezahlbar zu machen. Unbemannte, leichte Trägerboote bringen kleine, ebenfalls unbemannte U-Boote zum Einsatzort. Diese Tauchdrohnen schwärmen vollautomatisch aus, vermessen den Meeresboden und fertigen Aufnahmen von interessanten Objekten und Lebewesen an. Das Fraunhofer-Team setzt dafür auf selbstentwickelte Tauchdrohnen von rund 2,50 Meter Länge, die „Great Divers“. Die elektrisch angetriebenen U-Boote werden von einem aufblasbaren Katamaran, dem „Water Strider“, zum Einsatzort gebracht.

"Messe, Konfernz und Networking in einem"

Mehr als zuvor will die runderneuerte Cebit „Messe, Konferenz und Networking in einem“ sein, wie Messechef Oliver Frese sagte. Die IT-Messe soll wieder stärker für Privatbesucher geöffnet werden, vor allem für digital interessierte, junge Menschen.

Zu ihnen zählen auch Dozent Andreas Baumgart vom Institut für Wirtschaftsinformatik der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven, sowie Student Fabrice Weinberg. Die beiden kamen am Montag direkt von der Küste in die Landeshauptstadt, um ihren Stand aufzubauen, an dem sie ein ganz besonderes Projekt präsentieren: Mithilfe von Legos Robotik-Produktlinie Lego Mindstorms haben sie eine Produktionslinie gebaut, die selbstständig Papierwürfel fertigt. Sie arbeitet vollautomatisch und nutzt einen Laser zum Schneiden. Die Anlage bringt Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen die Themen Softwaremodellierung, Softwarearchitekturen sowie die Programmiersprache Java näher. Noch bis Freitag können Besucher die einzelnen Produktionsschritte der Anlage live verfolgen.

Aufregende Welt der Informatik

Ebenfalls am Niedersächsischen Gemeinschaftsstand (Halle 16, Stand G17) ist neben der Uni Oldenburg und dem Oldenburger Informatikinstitut Offis (digitale Produkte mit praktischem Nutzen) auch die Uni Osnabrück vertreten. Julian Dierker (29), Mitarbeiter im Zentrum für Digitale Lehre der Uni, sowie Informatik-Student Jonas Knerr (24) und weitere Beteiligte stellen eine App für Schulen vor, die Lehrer dabei unterstützen sollen, das Fach Informatik faszinierend und spaßig zu gestalten. „In CodeUp gründen Schüler ihr eigenes virtuelles IT-Start-Up. Sie arbeiten in Kleingruppen an realitätsnahen und spannenden Aufträgen, lernen Programmieren und treffen Entscheidungen, die unmittelbaren Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen. Auf diese Weise erleben sie, wie aufregend die Arbeitswelt der Informatik sein kann“, erläutert der App-Mitentwickler Dierker.

Für den heutigen zweiten Messe-Tag ist ein Eröffnungsrundgang mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geplant.

Mehr als 2500 Aussteller aus 70 Ländern zeigen noch bis Freitag ihre neuesten digitalen Entwicklungen. Seit 1986 fand die Cebit bislang jährlich im Frühjahr vier Wochen vor der größeren Hannover Messe statt.


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