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Aktie auf Talfahrt US-Aufseher erklären Deutsche-Bank-Tochter zu Problemfall

Von dpa


New York. Die schlechten Nachrichten rund um Deutschlands größtes Geldhaus reißen nicht ab. Der US-Ableger der Deutschen Bank soll als „Problembank“ eingestuft worden sein. Obwohl das Institut seine „robuste Bilanz“ betont, stürzt die Aktie an der Börse ab.

Die Deutsche Bank ist mit ihrem US-Geschäft laut Medienberichten weiter in die Bredouille geraten. Die US-Einlagensicherung FDIC habe die US-Tochter des Geldhauses im ersten Quartal auf eine Liste von „Problembanken“ gesetzt.

Das schrieb die „Financial Times“ unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Zuvor soll bereits die Notenbank Bedenken angemeldet haben.

Die Deutsche Bank erklärte in einem Statement, „spezifisches regulatorisches Feedback“ grundsätzlich nicht zu kommentieren. Als Konzern sei man aber „sehr gut kapitalisiert“ und verfüge über „erhebliche Liquiditätsreserven“. Auch die US-Tochter habe eine „sehr robuste Bilanz“. Anleger reagierten dennoch beunruhigt, die Aktie verlor in der Spitze gut acht Prozent und schloss letztlich 7,2 Prozent tiefer bei 9,157 Euro - so schwach wie noch nie zuvor.

Die FDIC macht keine konkreten Angaben zu den Banken auf der Liste, doch das Gesamtvermögen der als potenziell gefährdet eingestuften Institute stieg im Quartalsvergleich um gut 42 Milliarden Dollar. Das entspricht etwa der Bilanzsumme der US-Tochter der Deutschen Bank, die zum Quartalsende 42,1 Milliarden Dollar auswies, wie neben der „Financial Times“ auch das „Wall Street Journal“ berichtete.

Dem US-Finanzblatt zufolge hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) das Institut bereits vor rund einem Jahr auf eine der untersten Kategorien ihrer internen Bewertungsskala abgestuft und ihm den Status „in Schwierigkeiten“ gegeben. Dadurch sei die Deutsche Bank in ihrer Freiheit eingeschränkt worden und müsse sich - etwa bei wichtigen Personalentscheidungen - eng mit Aufsehern abstimmen. Die Abstufung der Fed sei der Auslöser für den Schritt der FDIC gewesen.

Weder Notenbank noch Einlagensicherung wollten sich zu den Berichten äußern. Dass die US-Geschäfte des größten deutschen Geldhauses ein Problemherd sind, ist aber kein Geheimnis. Der US-Ableger fiel 2015 und 2016 beim Stresstest der Fed durch und wurde in den vergangenen Jahren wegen etlicher Regelverstöße zu Verantwortung gezogen. Darüber hinaus musste die Bank Milliardenstrafen bei Vergleichen mit der US-Justiz wegen Marktmanipulationen und anderer Vergehen zahlen.


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