Edeka Minden-Hannover stellt Zahlen vor Rosenkranz: Es gibt keine richtigen Discounter mehr

Von Nina Kallmeier

Eine große Auswahl an Obst und Gemüse zeichnen einen Vollsortimenter nicht mehr aus. Hier haben Discounter längst nachgezogen, sagt Mark Rosenkranz, Vorstandssprecher Edeka Minden-Hannover. Foto: EdekaEine große Auswahl an Obst und Gemüse zeichnen einen Vollsortimenter nicht mehr aus. Hier haben Discounter längst nachgezogen, sagt Mark Rosenkranz, Vorstandssprecher Edeka Minden-Hannover. Foto: Edeka

Braunschweig/Minden. Die umsatzstärkste Edeka-Regionalgesellschaft, Edeka Minden-Hannover, hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Auf insgesamt 8,7 Milliarden Euro belief sich laut Vorstandssprecher Mark Rosenkranz der Umsatz des Konzerns , 8,4 Milliarden davon waren Warenumsätze.

Die umsatzstärkste Edeka-Regionalgesellschaft, Edeka Minden-Hannover, hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich. Auf insgesamt 8,7 Milliarden Euro belief sich laut Vorstandssprecher Mark Rosenkranz der Umsatz des Konzerns , 8,4 Milliarden davon waren Warenumsätze. Parallel investierte die Genossenschaft 440,5 Millionen Euro in Modernisierungen und Neueröffnungen sowie die Übernahme der Berliner Kaiser's Tengelmann Filialen und ihre Produktions- und Logistikstandorte. Besonders hoch war die Umsatzsteigerung auf vergleichbarer Fläche mit 3,5 Prozent bei E-Centern, Marktkauf verzeichnete noch ein Wachstum von 0,8 Prozent, so Rosenkranz. In der Bilanzsumme hat die Regionalgesellschaft erstmals die drei Milliarden überschritten. Der Jahresüberschuss lag mit 107,1 Millionen Euro etwas niedriger als im Vorjahr.

Investitionen drücken operatives Ergebnis

Auch das operative Ergebnis, der Konzernüberschuss vor Steuern, bilanziellen Sondermaßnahmen und Abschreibungen, fällt rund 20 Millionen hinter den Zahlen des Vorjahres zurück. Das begründete Rosenkranz vor allem mit Investitionen sowie zu einem kleinen Teil mit Einmalaufwendungen zur Integration der 60 Kaiser's Tengelmann-Märkte. Im laufenden Geschäftsjahr sollen letztere ihren Umsatz um 15 Prozent steigern. Alle rund 2500 Marktmitarbeiter wurden laut Vorstandssprecher übernommen. Insgesamt werden in diesem Jahr 28 Millionen in den Umbau von zwölf Filialen sowie kleinere Modernisierungen und Umbauten investiert.

Bedeutung der Handelsgastronomie nimmt zu

Eine immer größere Rolle spielt für den Konzern die Handelsgastronomie. „Damit setzen wir uns vom virtuellen Marktplatz ab“, sagte Rosenkranz. Zur Handelsgastronomie zählen unter anderem die Backwaren sowohl der Selbstbedienung im Markt als auch bei Schäfer's. In einen Produktionsstandort für Brötchen in Osterweddingen, der künftig alle Märkte mit Teiglingen beliefern soll, hat Edeka 75 Millionen Euro investiert. 540 Millionen Brötchen können pro Jahr hergestellt werden. Dieses Jahr werden es rund 300 Millionen sein, stellte Rosenkranz in Aussicht. Ab Mitte des Jahres sollen alle Standorte von dort beliefert werden. In Lehrte, einem von fünf Produktionsstandorten für Backwaren, läuft indes seit Ende 2017 wieder eine erste Linie. „Im Laufe des Jahres wollen wir wieder Volllast fahren“, sagte der Rosenkranz. Im Dezember 2016 war der Standort abgebrannt.

Konzept von Discounter und Vollsortimenter gleichen sich an

Auch wenn sich Edeka Minden-Hannover mit 1521 Märkten, von denen zwei Drittel von selbstständigen Einzelhändlern geführt werden, weiterhin als Marktführer sieht, die Konkurrenz bleibt. „Einen richtigen Discounter gibt es meiner Meinung nach gar nicht mehr. Die Formate gleichen sich in der Nahversorgung an“, sagte Rosenkranz. Die Herausforderung sei es, ein gleiches Preisniveau und gleichzeitig zusätzliche Handelsleistungen anzubieten, um sich zu differenzieren. Absetzen könne man sich heute noch durch die „Bedientheke“ – ein Aspekt, auf dem 2018 ein Fokus liegen soll. Allein durch eine größere Auswahl an Obst und Gemüse setze man sich nicht mehr ab. Durch den Zukauf des Hamburger Traditionsunternehmens Hagenah baut Edeka auch das Angebot der Fischbedientheken weiter aus. Der Onlinehandel ist für Edeka Minden-Hannover ein Nischenphänomen, sagte Vorstandssprecher Rosenkranz. „In Zahlen drücken wir den Anteil am Umsatz nicht aus.“ Man sei im Netz wettbewerbsfähig, jedoch im Stadium der Erfahrungssammlung.

Wachstum auch 2018

Die ersten Monate 2018 stimmten Rosenkranz für weiteres Wachstum positiv. WEZ in Hannover verzeichnete zwischen Januar und April bereits eine Umsatzsteigerung auf vergleichbarer Fläche von 6 Prozent bei Marktkauf waren es noch 1,5 Prozent. 


Zum Unternehmen

Edeka Minden Hannover ist mit 8,7 Milliarden Euro die umsatzstärkste Edeka-Regionalgesellschaft im genossenschaftlich organisierten Edeka-Verbund. Insgesamt werden im Unternehmensverbund 28.748 Mitarbeiter beschäftigt, fast 2000 mehr als vor einem Jahr. Inklusive des selbstständigen Einzelhandels sind es 73.016 (2016: 68.808). Im vergangenen Jahr wurden neun Standorte an selbstständige Kaufleute übergeben, alle von ihnen Existenzgründer. Im laufenden Geschäftsjahr sollen es sieben Standorte sein.

Neben den 1521 Einzelhandelsstandorten zählen auch 24 C+C Großmärkte, fünf Betriebe für Brot- und Backwaren (Schäfer's) sowie zwei Produktionsstätten für Fleisch- und Wurstwaren (Bauerngut) zur Edeka Minden-Hannover. Bauerngut investierte 2017 15,6 Millionen Euro in seine Produktion und erweiterte den Hauptstandort Bückeburg um 1400 Quadratmeter. Im Betrieb in Könnern wird zudem seit Mai 2017 Frischkäse produziert.