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16.05.2018, 18:54 Uhr EX-MINISTER WIRD VERWALTUNGSRAT

Gabriel zu Alstom: Anrüchiger Seitenwechsel?

Kommentar von Manuel Glasfort

Sigmar Gabriel sorgt mit seinem Wechsel zum neuen Siemens/Alstom-Zugunternehmen für Schlagzeilen. Foto: dpaSigmar Gabriel sorgt mit seinem Wechsel zum neuen Siemens/Alstom-Zugunternehmen für Schlagzeilen. Foto: dpa

Osnabrück. Von der Regierung in die Privatwirtschaft: Sigmar Gabriel geht den Weg, den schon viele Politiker vor ihm gewählt haben. Der frühere Wirtschaftsminister heuert beim neuen deutsch-französischen Bahnkonzern an. Das ist kein Skandal.

Wechsel von der Politik in die Unternehmenswelt sind nicht per se anrüchig, es kommt auf den Einzelfall an. Erinnert sei an den früheren Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der Aufsichtsrat beim Rüstungskonzern Rheinmetall wurde. Oder an den FDP-Mann Daniel Bahr, der vom Gesundheitsministerium zur Allianz Private Krankenversicherung wechselte. Das stank nach Lobbyismus.

Zwar hat auch Gabriel als Wirtschaftsminister schon vor vier Jahren für eine Fusion der Zugsparten von Siemens und Alstom geworben. Doch damals scheiterte der Annäherungsversuch. Und beim zweiten Anlauf soll Angela Merkel nachgeholfen haben, nicht Gabriel.

Siemens ging es wohl weniger darum, sich für frühere Gefallen zu revanchieren, sondern die Kontakte des Ex-SPD-Chefs einzukaufen. Ein leichtes Geschmäckle bleibt deshalb. Immerhin gibt es für solche Seitenwechsel inzwischen Karenzzeiten, von denen die Bundesregierung auch konsequent Gebrauch machen sollte.


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