Beschluss der Hauptversammlung OLB-Eigentümerin BKB drängt Minderheitsaktionäre raus

Von Manuel Glasfort

OLB in Osnabrück. Foto: David EbenerOLB in Osnabrück. Foto: David Ebener

Osnabrück/Oldenburg. Die neuen Mehrheitseigner der Oldenburgischen Landesbank (OLB) machen ihre Ankündigung wahr und drängen die Minderheitsaktionäre aus dem Unternehmen. Mit einem entsprechenden Beschluss der Hauptversammlung hat die Bremer Kreditbank (BKB) die Voraussetzungen geschaffen, ihre Tochter von der Börse zu nehmen.

Die Bremer Kreditbank (BKB) verleibt sich die OLB vollständig ein. Mit den Stimmen des Hauptaktionärs beschloss die OLB-Hauptversammlung am Wochenende die Übertragung der verbliebenen 4,7 Prozent Streubesitz an die BKB. Wie die OLB weiter mitteilte, geht es bei diesem sogenannten Squeeze-out ("Herausquetschen") um rund eine Million von etwa 23,3 Millionen Stückaktien. Die Minderheitsaktionäre sollen eine Entschädigung in Höhe von 24,86 Euro je Anteilsschein erhalten. Die BKB lässt sich die vollständige Kontrolle über ihre Tochter damit rund 25 Millionen Euro kosten. 

Ende der Börsennotierung in Sicht

Die BKB, die im Besitz angelsächsischer Investoren ist, hatte den Mehrheitsanteil an der OLB für 300 Millionen Euro vom Versicherer Allianz übernommen. Erst im Februar dieses Jahres gaben die Aufsichtsbehörden grünes Licht für den Deal. Mit der Übernahme der hundertprozentigen Verantwortung schafft die BKB die Voraussetzung, die OLB von der Börse zu nehmen. Das würde die OLB von den Berichtspflichten befreien, die mit einer Börsennotierung einhergehen. "Es geht vor allem um die Regulatorik, die dahinter steht", erklärte OLB-Sprecherin Britta Silchmüller im Gespräch mit unserer Redaktion. 

Juristische Rückzugsgefechte drohen

Ehe es so weit ist, müssen sich die neuen Eigentümer noch etwas gedulden. Mit dem Beschluss der Hauptversammlung am Wochenende beginnt eine vierwöchige Frist, in der die Minderheitsaktionäre den "Squeeze-out" vor Gericht anfechten können. Nach Silchmüllers Angaben haben einige Anteilseigner diesen Schritt bereits angekündigt. Juristische Rückzugsgefechte könnten das Ende der jahrzehntelangen Börsennotierung der OLB also noch hinauszögern.