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11.05.2018, 18:09 Uhr BRANCHENVERBAND ALARMIERT

Dieselskandal: Händler dürfen nicht die Zeche zahlen

Kommentar von Manuel Glasfort

Viele Händler werden alte Dieselmodelle nur noch mit hohen Rabatten los. Foto: imago/Hoch Zwei Stock/AngererViele Händler werden alte Dieselmodelle nur noch mit hohen Rabatten los. Foto: imago/Hoch Zwei Stock/Angerer

Osnabrück. Der Dieselskandal kennt mehr als eine Gruppe unschuldiger Opfer. Da sind natürlich zu allererst die Autokäufer, die im Vertrauen auf die Herstellerangaben einen Diesel kauften, und die nun Wertverluste hinnehmen und Fahrverbote fürchten müssen. Bei allem verständlichen Ärger der Verbraucher geraten die Probleme der Autohändler allzu schnell aus dem Blick.

Denn auch die Händler stehen vor gewaltigen Problemen. Während Volkswagen selbst wieder Rekordgewinne einfährt, bekommen sie die alten Euro-5-Diesel nur mit hohen Rabatten vom Hof. Die Händler tragen auch zumeist die Last, wenn die Restwerte geleaster Fahrzeuge viel geringer ausfallen als ursprünglich kalkuliert. Besonders VW- und Audi-Händlern verhagelt der Dieselskandal so die Bilanzen. 

Eine Pleitewelle im Automobilhandel gilt es aber unbedingt zu verhindern. Bereits 2017 stieg die Zahl der Insolvenzen laut Branchenverband ZDK um rund zehn Prozent. Damit es nicht so weiter geht, müssen die Hersteller sich endlich bewegen und Hardware-Nachrüstungen zustimmen. Die Politik sollte ihren Einfluss geltend machen – und wo ginge das besser als beim VW-Konzern, an dem das Land Niedersachsen 20 Prozent hält?

Eines wäre wirklich skandalös: Wenn am Ende die Händler und Käufer die Zeche für die Schummeleien der Autobauer zahlen müssten.


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