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08.05.2018, 18:33 Uhr DIESELSKANDAL

Verdacht gegen Audi: Es wird eng für Stadler

Kommentar von Manuel Glasfort

Rupert Stadler. Foto: dpaRupert Stadler. Foto: dpa

Osnabrück. Was für ein Timing: Just am Tag vor der Hauptversammlung muss Audi die Auslieferung zweier Modelle mit V6-Dieselmotor stoppen. Der Abgasskandal hat die VW-Tochter wieder eingeholt. Audi-Chef Rupert Stadler wird sich heute unangenehmen Fragen der Aktionäre stellen müssen.

Sollte sich der Verdacht der Abgastricksereien erhärten, drohen dem Hersteller weitere Rückrufe. Dann könnte es auch für Stadler eng werden. Seit mehr als zehn Jahren führt der studierte Betriebswirt die Premium-Tochter von VW, die im Zentrum des Abgasskandals vermutet wird. Anders als Volkswagen-Chef Martin Winterkorn konnte Stadler sich nach Bekanntwerden des Skandals 2015 auf seinem Posten halten. Gut möglich, dass der Audi-Aufsichtsrat unter dem Eindruck der neuen Entwicklungen nun von ihm abrückt. Der Autobauer müsste sich fragen lassen, was er aus dem Skandal gelernt hat, sollte er fast drei Jahre nach dem Bekanntwerden noch immer mit Tricks arbeiten. Hat Stadler seine Entwicklungsabteilung nicht im Griff? 

 Ein Gutes hat der Abgasskandal immerhin für Verbraucher: Berlin schafft neue Klagerechte. Verläuft die Reform nach Plan, können auch VW-Kunden vom neuen Instrument der Musterfeststellungsklage profitieren. Allerdings sollte die schwarz-rote Koalition die Hürden so gestalten, dass windige Verbände daraus kein Geschäftsmodell machen.


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