Landesbank stellt Bilanz vor NordLB macht wieder Gewinne

Von Manuel Glasfort

17.04.2018, Niedersachsen, Hannover: Thomas Bürkle (l), Vorstandsvorsitzender der NordLB, spricht während der Bilanzpressekonferenz in der Norddeutschen Landesbank (NordLB). Die NordLB hat auf ihrer Bilanzpressekonferenz die Zahlen für 2017 vorgestellt und über kommende Vorhaben berichtet. Foto: Ole Spata/dpa +++ dpa-Bildfunk +++17.04.2018, Niedersachsen, Hannover: Thomas Bürkle (l), Vorstandsvorsitzender der NordLB, spricht während der Bilanzpressekonferenz in der Norddeutschen Landesbank (NordLB). Die NordLB hat auf ihrer Bilanzpressekonferenz die Zahlen für 2017 vorgestellt und über kommende Vorhaben berichtet. Foto: Ole Spata/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Hannover.. Die NordLB ist 2017 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Mit dem Abbau fauler Schiffskredite geht es voran, doch das Management sieht sich noch nicht am Ziel. Vorstandschef Thomas Bürkle schloss bei der Vorstellung der Bilanz in Hannover am Dienstag den Einstieg privater Investoren nicht aus.

Die Nord/LB schreibt wieder schwarze Zahlen: Mit einem Konzernergebnis von 135 Millionen Euro im Jahr 2017 sieht Vorstandschef Thomas Bürkle sein Institut auf einem guten Kurs. Im Vorjahr hatte das Management noch einen Verlust von fast zwei Milliarden Euro verkünden müssen. Grund dafür war die massive Verschärfung der Schifffahrtskrise. Auch 2017 entfielen die knapp eine Milliarde Euro an Risikovorsorge fast (2016: drei Milliarden) vollständig auf das Schifffahrtssegment.

Schiffskredite abgebaut

Insgesamt hat die Bank Ihr Engagement im maritimen Bereich bereits deutlich zurückgefahren, das Schiffskreditportfolio schrumpfte 2017 um fast fünf Milliarden auf 12,1 Milliarden Euro. Auch der Abbau fauler Schiffskredite geht voran. Nach der Fusion mit der Bremer Landesbank (BLB) hat die Nord/LB aktuell 8,2 Milliarden Euro solcher ausfallgefährdeter Kredite (2016: 9,4 Mrd. Euro) in ihren Büchern. Bürkle und seine Vorstandskollegen wollen diese Summe bis Ende 2019 auf unter 5,0 Milliarden drücken, nicht zuletzt um bei den Ratingagenturen zu punkten. Moody's hatte die Bonitätsnote der Bank erst im vergangenen Jahr auf Baa3 gesenkt, ein spekulativer Grad.

Um ihre Kreditwürdigkeit zu verbessern, arbeitet die Bank nun an höheren Kapitalquoten. Und obwohl die harte Kernkapitalquote 2017 auf 12,2 Prozent stieg, ist die Zielmarke von 13 Prozent noch in einiger Ferne.

Muss Niedersachsen mit Steuergeld helfen?

Drückende Altlasten, niedrige Zinsen und verschärfte Regulierung: Für eine Neuausrichtung in diesem schwierigen Umfeld benötigt die Bank wohl frisches Kapital. Die Landesbank gehört zu rund 60 Prozent dem Land Niedersachsen, zweitgrößter Anteilseigner ist mit rund 26 Prozent der Sparkassenverband Niedersachsen. Womöglich muss am Ende der niedersächsische Steuerzahler einspringen. Eine Kapitalspritze durch die Anteilseigner wollte Bürkle jedenfalls nicht ausschließen.

Allerdings scheint das Management einen anderen Weg vorzuziehen: die Beteiligung privater Investoren. , über die bereits im Vorfeld spekuliert worden war. Dafür könnte die Nord/LB in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Bürkle betonte allerdings, es würden verschiedene Optionen geprüft und es gebe noch keine belastbaren Entscheidungen. Noch in diesem Jahr soll aber festgelegt werden, wie es weiter geht. „Wir sind im intensiven Dialog mit den Eigentümern“, so Bürkle. Erst vor wenigen Wochen war der Verkauf der HSH Nordbank an US-Investoren unter der Führung von Cerberus und J.C. Flowers bekannt gegeben worden.

Stellenabbau bei BLB läuft

Zufrieden äußerte sich Bürkle zur Fusion mit der BLB. Um Synergien zu heben, sollen dort 423 Stellen wegfallen. Für rund 90 Prozent der Betroffenen seien schon einvernehmliche Lösungen gefunden worden. Insgesamt will die Nord/LB bis Ende 2020 ganze 1250 Stellen abbauen, um die Verwaltungskosten deutlich zu senken.

Anders als im verlustreichen Schiffskreditgeschäft lief es 2017 auf anderen Geschäftsfeldern besser. So verdiente die Nord/LB mehr Geld mit Flugzeugfinanzierungen und im wichtigen Firmenkundengeschäft. In der Energie- und Infrastrukturfinanzierung sank dagegen der Gewinn, auch wegen zunehmender Konkurrenz durch Versicherer. Auch am Kapitalmarkt waren die Erträge zuletzt rückläufig.