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16.04.2018, 18:48 Uhr KOMMENTAR ZU FLEISCH AUS DER PETRISCHALE

Fleisch aus dem Labor: Die saubere Alternative?

Von Dirk Fisser


Ein Burger aus dem Labor. Foto: dpaEin Burger aus dem Labor. Foto: dpa

Osnabrück. Clemens Tönnies hält nicht viel von Laborfleisch. Andere hingegen investieren in die Technologie. Welche Chancen hat die Technologie? Ein Kommentar.

In Deutschland wird viel über Lebensbedingungen von Nutztieren diskutiert. Haben sie genug Platz, ausreichend Frischluft und frisches Futter? Das alles soll auf der Fleischpackung erkennbar sein. Stellen Sie sich vor, neben Fleischverpackungen mit all diesen Labeln liegen noch weitere, auf denen steht: Für dieses Fleisch musste kein Tier sterben. 

Genau das ist es, woran gerade viele kleine Unternehmen arbeiten: Fleisch aus dem Labor ohne die Nachteile, die konventionelle Produktion mit sich bringt, den Tod eines Tieres und die Umweltprobleme. Fleisch ohne schlechtes Gewissen – das ist das, was die Erfinder versprechen. Und ein gutes Gewissen war immer schon ein gutes Kaufargument. Kein Wunder also, dass Microsoft-Gründer Bill Gates, Milliardärs-Kollege Richard Branson oder der Mutterkonzern des Geflügelfleischproduzenten Wiesenhof in solche Unternehmen Geld investiert haben. Auch der deutsche Marktführer Tönnies wird umdenken müssen, wenn die Kinderkrankheiten der Technologie behoben sind.

Klar ist: Von einer flächendeckenden preiswerten Versorgung sind wir weit entfernt. Auf absehbare Zeit wird das künstlich erzeugte „saubere“ Fleisch ein Produkt für Wohlhabende bleiben. Oder besser gesagt für diejenigen, die sich diesen moralischen Luxus erlauben wollen. Aber gut möglich, dass sich das dreht: das Kunstfleisch für die Masse, das echte Steak vom toten Tier nur für Reiche.



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