„Handelshemmnisse wachsen“ Wirtschaftsverband: Erfolg wird hart erkämpft

Von Beate Tenfelde

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), sieht „wachsende Handelshemmnisse“. Foto: dpaEric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), sieht „wachsende Handelshemmnisse“. Foto: dpa

Berlin. Der Deutsche Industrie-und Handelskammertag (DIHK) wertet die stark zunehmenden Handelshemmnisse als „Alarmsignal“. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte gestern in Berlin: „Wir werden uns strecken müssen, um unsere Exportprognose von etwas mehr als sechs Prozent zu erreichen.“

Zu Jahresanfang war der Wirtschaftsverband überzeugt, dass die Ausfuhren in diesem Jahr „mindestens sechs Prozent“ zulegen. Inzwischen aber seien für die weltweit aktiven deutschen Unternehmen „Einschränkungen im Warenverkehr Alltag“, betonte Schweitzer. „Es droht, etwas ins Rutschen zu geraten. Denn immer mehr Staaten wollen sich abschotten.“

Laut einer Umfrage des DIHK registrierten 40 Prozent der Unternehmen eine Zunahme an Handelshemmnissen in den vergangenen zwölf Monaten. Das sei ein Rekord. Im Vorjahr waren es 31 Prozent. Hinderlich seien zusätzliche Zertifizierungen und verstärkte Sicherheitsanforderungen, die Kosten und längere Lieferzeiten verursachten. Dies widerspreche den Regeln eines fairen Welthandels, heißt es beim DIHK.

Mit Blick auf die Spannungen zwischen den USA und China erklärte Schweitzer:„Der Handelsstreit hat viele aufgeschreckt.“Generell aber blickten die Unternehmen laut der Umfrage optimistisch in die Zukunft. Außenwirtschaftlicher Erfolg ist laut DIHK-Präsident aber kein Selbstläufer. „Er wird hart im betrieblichen Wettbewerb und am Zollhäuschen erkämpft“, meinte er.

Auch DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier hält die Auslandsaktivitäten deutscher Unternehmen für „ insgesamt robust“. Grund sei die gut laufende Weltkonjunktur. „Das Wachstum in wichtigen Regionen wie der Eurozone und in Asien sorgt für Geschäfte“, sagte er. Einem noch besserem Exportwachstum stünden neben den Abschottungstendenzen aber auch ungelöste politische Krisen in einigen Weltregionen wie Russland und der Ukraine, in der Türkei und dem Nahen und Mittleren Osten entgegen. „Zudem wird der Brexit mit großer Sicherheit für Einschränkungen bei den Geschäften deutscher Unternehmen sorgen“, betonte Treier.