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FMO, Bremen und Hannover betroffen Warnstreiks legen Flieger lahm – Donnerstag stehen Busse und Bahnen

Von dpa

Fluggäste mussten am Dienstag an mehreren Flughäfen mit langen Wartezeiten rechnen. Foto: dpaFluggäste mussten am Dienstag an mehreren Flughäfen mit langen Wartezeiten rechnen. Foto: dpa 

Bremen. Weil Beschäftigte des öffentlichen Dienstes streikten, blieben Dutzende Flieger in Bremen und Hannover auf dem Boden. Züge kamen verspätet an. In Niedersachsen und Bremen müssen die Menschen auch am Donnerstag mit Einschränkungen rechnen.

Flugausfälle, Verspätungen und geschlossene Behörden: Ein Warnstreik im Öffentlichen Dienst hat am Dienstag Tausende Menschen in Niedersachsen und Bremen vor eine Geduldsprobe gestellt. An den Flughäfen beider Bundesländer konnten Reisende nicht starten oder mussten Wartezeiten in Kauf nehmen. Und die Probleme für die Bürger gehen weiter. (Weiterlesen: Busse, Kitas, Müllabfuhr: Wen betrifft der Warnstreik am Donnerstag in Osnabrück)

Am Donnerstag stehen in Hannover, Braunschweig und Wolfsburg Bahnen und Busse still. Dann sollen auch die meisten Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt, in Braunschweig, Wolfsburg, Peine, Salzgitter und Einbeck geschlossen bleiben. In diesen Städten wie auch in Bremen werden auch öffentlich angestellte Müllentsorger die Arbeit niederlegen. Zusätzlich sollen Sparkassenpersonal, Staatstheaterangestellte, Bürgerbüromitarbeiter und kommunale Altenpfleger nicht arbeiten, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

Flüge von und nach Bremen gestrichen

Weil am Dienstag rund 100 Flughafenmitarbeiter in Bremen und Personal an den großen Drehkreuzen Frankfurt und München streikten, mussten Fluggesellschaften mehr als die Hälfte der 74 Flüge von und nach Bremen streichen. Andere Fluggäste mussten länger warten. Hannover war zwar nur indirekt betroffen. Die Lufthansa strich aber 18 von 28 Flüge von und nach Hannover. Am Flughafen Münster/Osnabrück waren die Lufthansa-Verbindungen von und nach Frankfurt sowie teilweise von und nach München betroffen.

Der Chef des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, kritisierte den Ausstand: „Ein Warnstreik, der gleich zu wirtschaftlichen Millionenschäden bei Airlines und Flughäfen, langen Wartezeiten und massiven Flugausfällen führt, lässt jede Verhältnismäßigkeit vermissen.“

Mit der Arbeitsniederlegung verlieh die Gewerkschaft ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn für ihre 2,3 Millionen Mitglieder von Bund und Kommunen Nachdruck. Dies möchte Verdi bei der dritten Verhandlungsrunde im Tarifstreit mit den Arbeitgebern am 15. und 16. April in Potsdam durchsetzen.

„Wenn diese Verhandlungen zu keinem vernünftigen Ergebnis führen nächste Woche, dann werden wir mit Eskalationen noch ganz anderen Ausmaßes rechnen müssen“, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske am Flughafen Frankfurt. (Weiterlesen: Warnstreiks – Was Verbraucher wissen müssen)

Am Dienstag haben neben den Flughafenmitarbeitern auch 1000 Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes in Ostfriesland und im Emsland gestreikt und demonstriert. Darunter waren Angestellte staatlicher Kitas und Stadtreinigungen, von Jobcentern, Sparkassen, Stadtwerken, Bürgerbüros und der Bundeswehr. Auch Kundenservice-Mitarbeiter der Telekom legten in Hannover und Bremen die Arbeit nieder. Im Süden Niedersachsens kam es außerdem bei Zügen des Bahnunternehmens Cantus zu Verspätungen, weil Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in den Ausstand gingen.