Thiele: Richtet sich an Jeden Bundesbank bringt Buch über Goldschatz heraus

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Im August vergangenen Jahres präsentierte die Bundesbank in ihrer Zentrale in Frankfurt Goldbarren, die sie aus dem Ausland nach Deutschland gebracht hat. Foto: dpaIm August vergangenen Jahres präsentierte die Bundesbank in ihrer Zentrale in Frankfurt Goldbarren, die sie aus dem Ausland nach Deutschland gebracht hat. Foto: dpa

Osnabrück/Frankfurt. Die deutschen Goldreserven waren lange mythenumrankt. An welchen Orten wie viel der mehr als 3000 Tonnen gelagert wurden, gab die Bundesbank erst im Jahr 2012 bekannt. Um den Informationshunger der Öffentlichkeit zu stillen, hat die Notenbank nun das Buch „Das Gold der Deutschen“ herausgebracht.

„Mit dem Buch soll sich der Bürger ein genaues Bild verschaffen können“, sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele gestern im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es ist bebildert und richtet sich nicht nur an ein Fachpublikum, sondern an jeden Interessierten.“ Das Buch ist Teil der Transparenzinitiative der Bundesbank in Sachen Goldreserven. Mit aktuell fast 3400 Tonnen verfügt Deutschland über die zweitgrößten Goldreserven der Welt nach den USA.

Im ersten Teil des Buchs wird die historische Rolle des Goldes als Zahlungsmittel ausführlich beleuchtet. Das zweite Kapitel widmet sich dann detailliert der Entstehung der deutschen Goldreserven und setzt sie in einem geschichtlichen Kontext. „Der deutsche Goldbestand hat sich im Wesentlichen in der Zeit des Wirtschaftswunders aufgebaut“, erklärte Thiele. Bis zur deutschen Einheit hätten sich aber nur 77 Tonnen in Deutschland befunden. „Während des Kalten Krieges war es geostrategisch sinnvoll, das Gold möglichst weit westlich von der Bundesrepublik zu halten.“ Das hat sich geändert. Zwischen 2013 und 2017 holte die Bundesbank die Hälfte der Reserven aus New York, London und Paris. „Jetzt befinden sich 50 Prozent des deutschen Goldes in unserem Tresor in Frankfurt“, so Thiele.

Die Lagerstelle in Paris wurde vollständig aufgelöst, die andere Hälfte lagert somit in New York und London. „Wenn Krisen auftreten, müssen wir die Möglichkeit haben, andere Währungen zu beschaffen“, sagte Thiele. London sei der größte Goldhandelsplatz der Welt, dort könne der Besitzübergang rasch abgeschlossen werden. „Das wäre in Frankfurt nicht in kurzer Zeit machbar.“


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