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Umbau und weniger Stellen Bombardier erhält Standorte

Von dpa

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Mitarbeiter gehen am Werk vom Waggonhersteller Bombardier in Görlitz (Sachsen) vorbei. Das Werk behält den Wagenrohbau für Züge. Foto: Oliver KilligMitarbeiter gehen am Werk vom Waggonhersteller Bombardier in Görlitz (Sachsen) vorbei. Das Werk behält den Wagenrohbau für Züge. Foto: Oliver Killig

Berlin. Es bleibt beim Wegfall von bis zu 2200 Arbeitsplätzen bei Bombardier in Deutschland. Die Gewerkschaft ist mit dem Ergebnis von monatelangen Verhandlungen dennoch zufrieden.

Beim Zughersteller Bombardier Transportation bleiben alle deutschen Standorte erhalten. Sie bekommen aber zum Teil neue Aufgaben.

Zugleich hält das Unternehmen am angekündigten Abbau von bis zu 2200 der 8500 Arbeitsplätze fest. Das teilte Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer in Berlin am Rande einer Aufsichtsratssitzung mit.

Mit Betriebsrat und der Industriegewerkschaft (IG) Metall wurde ein Programm vereinbart, mit dessen Hilfe Mitarbeiter bereits bis Ende 2019 freiwillig den Konzern verlassen können. Bis Dezember 2019 sind Entlassungen ausgeschlossen. Fohrer sprach von einem „Startschuss für die Umsetzung der Transformation“.

Nach den Plänen von Bombardier werden bis zu 1500 Stellen von Stammbeschäftigten abgebaut sowie 700 von Leiharbeitnehmern. Unklar ist noch, wo am Ende wie viele Beschäftigte gehen müssen.

Die rund 2300 Mitarbeiter am Standort Hennigsdorf in Brandenburg dürften in größerem Umfang betroffen sein. Dort liegt das jährliche Mindestarbeitsvolumen, das der Arbeitgeber dort von 2020 an garantiert, etwa bei der Hälfte des jetzigen Niveaus, wie Fohrer erläuterte. Ein Sozialplan soll wirksam werden, sofern es nach 2019 betriebsbedingte Kündigungen geben sollte.

Hennigsdorf gibt die Serienfertigung an Bautzen in Sachsen ab, soll aber langfristig als weltweites Forschungs- und Entwicklungszentrum erhalten bleiben. Dort entstehen außerdem die Prototypen von Zügen und das Servicegeschäft werde ausgebaut, sagte der Deutschlandchef.

Die Neuausrichtung biete „allen Standorten eine langfristige und tragfähige Perspektive“. Dies ist aus Sicht der IG Metall das „wichtigste Ergebnis der Verhandlungen“ mit der Geschäftsführung. In Hennigsdorf seien nun „Hunderte hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert“, betonte Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD).

Die Spezialisierung der Standorte, ein höheres Maß an Standardisierung sowie Investitionen ins Digitale sollen das Unternehmen nach sieben Defizit-Jahren wieder in die Gewinnzone führen. Bombardier Transportation verspricht sich von dem Umbau inklusive Personalabbau ab dem Jahr 2020 ein um 200 Millionen Euro verbessertes operatives Ergebnis (Ebit).

Das Werk Bautzen soll Fohrer zufolge „das Aushängeschild der modernsten Serienfertigung“ werden. Dort würden 30 Millionen Euro investiert. Görlitz bleibe das Kompetenzzentrum für den Rohwagenbau. Neu hinzu komme der Wagenkastenbau für Straßenbahnen, sagte Fohrer. In Görlitz sollen acht Millionen Euro investiert werden.

Das Werk Mannheim konzentriert sich künftig auf die Entwicklung von Lokomotiven, die dann in Kassel gebaut werden. Siegen in Nordrhein-Westfalen bleibt das Kompetenzzentrum für Drehgestelle. Berlin ist die internationale Zentrale der Zugsparte des kanadischen Konzerns.

Bombardier hatte im Juni 2017 den geplanten Stellenabbau angekündigt. Das führte zu Protest bei den Arbeitnehmern, die zu Verhandlungen zwischen beiden Seiten führten. Die jetzt getroffene Vereinbarung verpflichte das Unternehmen zu einer festgelegten Grundauslastung jedes Standorts, sagte der IG-Metall-Bezirksleiter, Olivier Höbel. Man hoffe natürlich, dass überall mehr gearbeitet werde. Die Auftragslage sei gut, „Schienenmobilität ist angesagt“, fügte er hinzu.

Zu den Details des Programms für ein freiwilliges Ausscheiden hielten sich beide Seiten bedeckt. Aufsichtsrat Gerd Kaczmarek deutete an, dass älteren Kollegen eine Abfindung gezahlt werden oder es eine Brückenfinanzierung bis zur Rente geben könne.


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