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23.03.2018, 15:43 Uhr KOMMENTAR ZU DAX-CHEFS

Üppige Managergehälter: Gönnen können

Kommentar von Katharina Ritzer

Üppige Gehälter für Topmanager sind ein zuverlässiger Aufreger. Doch Empörung ist nicht immer angesagt. Symbolbild: dpaÜppige Gehälter für Topmanager sind ein zuverlässiger Aufreger. Doch Empörung ist nicht immer angesagt. Symbolbild: dpa

Osnabrück. Alle Jahre wieder kocht die Volksseele zuverlässig hoch, wenn die Vergütungen der Chefs deutscher Dax-Unternehmen bekannt werden. Doch nicht immer ist Empörung angezeigt. Ein Kommentar.

Kein Manager sei zehn oder mehr Millionen Euro wert, da ist man sich von den Stammtischen über die Gewerkschaften bis in weite Teile der Politik hinein einig. Wirklich nicht?

Wenn der Laden brummt, sind schließlich nicht nur Topmanager glücklich. Auch die Aktionäre freuen sich und die Mitarbeiter werden im besten Fall ebenfalls beteiligt. Zum Beispiel RTL: Der Sender hat wegen der guten Zahlen gerade zum achten Mal in Folge 1,5 zusätzliche Monatsgehälter an alle 3300 Mitarbeiter ausgezahlt, in den vergangenen 25 Jahren zusammengerechnet fast 240 Millionen Euro.

Umgekehrt muss aber auch gelten, dass sich Versager auf der Chefetage verantworten müssen. Wenn also die Deutsche Bank bei einem Verlust von 735 Millionen Euro mehr als zwei Milliarden Euro Boni an ihre Investmentbanker auszahlt, dann stimmt die Relation nicht mehr. Da hilft auch der Verzicht des Bank-Vorstandes auf Boni nicht.

Ansonsten aber sei sehr erfolgreichen Managern ihr sehr hohes Salär gegönnt. Sie geben das Geld ja auch wieder aus – und irgendwer baut schließlich die prächtigen Villen, die teuren Yachten und die schnellen Autos, die sie kaufen.


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