Präsident Weidmann: Konsolidierung wichtig Bundesbank rät Finanzwirtschaft zur Vorsorge vor Zinsanstieg

Von Burkhard Ewert

„Die Wettbewerbsintensität in Deutschland ist hoch“: Weidmann sieht den Bankensektor unter anhaltendem Druck.„Die Wettbewerbsintensität in Deutschland ist hoch“: Weidmann sieht den Bankensektor unter anhaltendem Druck.

Osnabrück. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, sieht den deutschen Bankensektor weiterhin unter beträchtlichem Druck. Der Chef der Notenbank sagte unserer Redaktion, „insbesondere müssen für die mit einem Zinsanstieg verbundenen Zinsänderungsrisiken jetzt Rückstellungen gebildet werden“.

Eine Normalisierung des Zinsumfelds wirke sich zwar auf Dauer positiv für die Institute aus, bringe „aber vorübergehend noch einmal Belastungen mit sich“. Effizienzsteigerung und Konsolidierung „bleiben deshalb auf der Agenda“, warnte Weidmann die Banken und Sparkassen vor nachlassenden Anstrengungen.

Hintergrund ist, dass die Banken zuletzt viele langfristige Kredite zu sehr niedrigen Zinsen ausgegeben haben. Im Falle eines deutlichen Zinsanstiegs für Guthaben würden sie für diese vorübergehend deutlich mehr Zinsen anrechnen müssen, als die bei Darlehen einnehmen.  

Grundsätzlich gelte, dass die Banken seit der Finanzkrise ihr Eigenkapital deutlich aufgestockt hätten, sagte Weidmann. Die Regulierung habe entscheidend dazu beigetragen, „dass die Banken widerstandsfähiger und besser aufgestellt sind als vor der Krise“, erklärte er. Es gebe auch Fusionen und Kooperationen, die zu Effizienzgewinnen beitrügen. „Die Wettbewerbsintensität in Deutschland ist hoch“, betonte der Bundesbankpräsident aber andererseits, und es gebe „mehrere Einflüsse, die das Bankgeschäft erschweren und die auf der Ertragskraft der Banken lasten“. Vor diesem Hintergrund „müssen die Banken hierzulande sicherlich auch die Nachhaltigkeit ihrer Geschäftsmodelle überprüfen“, riet der Ökonom.